Experte zu Kutschenunfall: "Es gibt keine Führerscheinpflicht"

Kassel. Es waren dramatische Szenen: Zwei Pferde eines Hochzeitgespannes scheuten in Kassel vor einer vorbeifahrenden Straßenbahn und gingen durch. Über den Zwischenfall mit der Kutsche sprachen wir mit Horst Fehr.

Er ist Leiter des Hessischen Kutschen- und Wagenmuseums in Lohfelden und geprüfter Ausbilder für Gespannfahren.

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Herr Fehr, gibt es eine Führerscheinpflicht für Kutscher, wenn sie am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen?

Horst Fehr: Nein, es gibt keine Führerscheinpflicht, wie für das Lenken von Kraftfahrzeugen. Bei fahrsportlichen Wettbewerben verlangt die Reitsportliche Vereinigung allerdings die Ablegung von Prüfungen für das Deutsche Fahrerabzeichen.

Horst Fehr

Zu dem Zwischenfall in Kassel: Ist es verantwortungsvoll, im Dunkeln auf einer vielbefahrenen Straße mit einem Pferdegespann unterwegs zu sein?

Fehr: Die Kutsche muss den Sicherheits- und Beleuchtungsvorschriften der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Es dürfen ausschließlich Pferde am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, die mit der Situation vertraut sind.

Hatte der Kutscher eine Chance, das Gespann zu stoppen?

Fehr: Das ist schwer zu beurteilen, zumal ich über den Hergang dieses Ereignisses im Detail nicht informiert bin. Während der Ausbildung wird der Umgang mit dem Gespann im öffentlichen Straßenverkehr gelehrt. Dazu gehören auch Krisensituationen. (ppw)

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