"Situation kommt immer häufiger"

Experte: Wetterextreme werden stärker - Grund ist globale Erwärmung

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Lutz Katzschner

Kassel. Das Gefühl täuscht nicht: Unwetter werden immer extremer, bestätigt Prof. Lutz Katzschner. Der Umweltmeteorologe aus Kassel erläutert warum: „Aufgrund der globalen Erwärmung steigt mehr Wasserdampf in die Atmosphäre.“ Dieser regene sich schließlich wieder ab.

Bei dem Unwetter, das sich am Dienstagabend über Kassel entladen hatte, sei noch die ungewöhnliche Hitze über Pfingsten hinzugekommen, die zu einer hohen Konvektion geführt habe. Darunter versteht man das Aufsteigen erwärmter Luftmassen bei gleichzeitigem Absinken kälterer Luft in die Umgebung.

Dass heute immer noch Gewitterschauer folgen, sei der Tatsache geschuldet, dass zwei Luftmassen zusammenprallen, erklärt Katzschner. Und auch künftig müsse vermehrt mit heftigen Unwettern gerechnet werden: „Diese Situation werden wir häufiger bekommen – die Wetterextreme werden stärker.“

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Entwarnung zumindest für die nächsten Tage kann Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterkontor geben: „Es wird ruhiger“. Im Laufe des heutigen Mittwochs seien noch Schauer und Gewitter möglich, deren Intensität aber nachlasse. Die Wetterlage beruhige sich in der kommenden Nacht. Donnerstag und Freitag werde es freundlich mit Temperaturen um 23 Grad. Erst am Samstag steige das Regenrisiko wieder.

Die Wetterstation in Schauenburg-Elgershausen (zuvor an der Heinrich-Schütz-Allee stationiert) hat laut Schmidt am Dienstagabend zwischen 21 und 22 Uhr 13,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert. Deutlich mehr Regen wurde dort heute Morgen verzeichnet: Zwischen 8 und 9 Uhr fielen auf den Quadratmeter 20,9 Liter. Zum Vergleich: Im Sommer fallen im gesamten Monat etwa 70 bis 80 Liter pro Quadratmeter an. (abe)

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