Über 200 Tote bei Explosionen am Ostersonntag

„Der Schock sitzt tief“: Ein Kasseler aus Sri Lanka zu den Ereignissen

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Verfolgen seit Stunden die Nachrichten über Sri Lanka: Dr. Sisira Withanachchi und sein Nachbar Ruwan Pathiranage. 

Seit zehn Jahren lebt Dr. Sisira Withanachchi in Kassel - ein Teil seiner Familie noch auf der Insel Sri Lanka, wo am frühen Morgen Hunderte Menschen durch Terror zu Tode kamen. 

Das schöne Osterwetter wollte Dr. Sisira Withanachchi eigentlich für einen Ausflug in Kassel mit seiner Familie nutzen. Die schrecklichen Ereignisse in Sri Lanka überschatten jedoch diesen Tag. „Ein Ausflug wäre nicht richtig“, sagt Withanachchi.

Gleich früh morgens um 7 Uhr wurde Withanachchi mit der Nachricht konfrontiert, dass sich mehrere Explosionen in verschiedenen Teilen der Insel im Indischen Ozean ereignet haben und die Zahl der Opfer stetig steigt – auf mehr als 200 Todesopfer und mehr als 500 Verletzte. Withanachchis erste Gedanken galten seiner Mutter, Schwester und seinen beiden Brüdern, die noch auf der Insel leben.

Ausgangssperre: Familie darf Haus nicht verlassen

„Ein Freund teilte mir in einer Nachricht mit, was passiert ist“, sagt Withanachchi. „Ich habe gleich meine Familie angerufen. Ich wollte sofort wissen, wie es ihnen geht. Zum Glück sind sie alle wohlauf.“ Wie es nun weitergeht, sei derzeit noch ungewiss. „Eine Ausgangssperre wurde verhängt. Meine Familie darf das Haus nicht verlassen.“

Seit zehn Jahren lebt Withanachchi in Kassel, promovierte an der Uni Kassel, arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur an der Uni Kassel und habilitiert. Sri Lanka ist er all die Jahre über tief verbunden gewesen, jedes Jahr stehen Besuche in seinem Heimatland an.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Seit dem Morgen verfolgt Withanachchi gemeinsam mit seinem Nachbarn Ruwan Pathiranage, der erst seit wenigen Tagen in Kassel lebt, die Nachrichten auf sämtlichen Kanälen: von deutschsprachigen und sri-lankischen Nachrichtensendungen bis hin zu Social Media. Immer wieder ruft er seine Familie an, erkundigt sich, wie es ihnen geht.

Der Schock sitze tief, sagt Withanachchi, er und seine Familie seien entsetzt darüber, dass so etwas Schreckliches in einem so friedlichen und gastfreundlichen Land wie Sri Lanka passieren konnte, sagt Withanachchi. Der 37-Jährige habe den jahrelangen Bürgerkrieg bis 2009 in Sri Lanka miterlebt, er fürchtet nun um den Frieden im Land.

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