Impfangebote in Kassel

Neue Impfstelle in der Kasseler Nordstadt in Betrieb

Bärbel und Uwe Maus aus Bettenhausen lassen sich im Philipp-Scheidemann-Haus in der Nordstadt boostern.
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Wartemarke auf dem Impfausweis: Bärbel und Uwe Maus sind aus Bettenhausen in die Nordstadt gekommen, um sich boostern zu lassen.

Kassel hat die nächste Impfstelle. Ab sofort können sich Menschen im Philipp-Scheidemann-Haus in der Nordstadt gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Wir haben uns umgesehen.

Wenn die Stadt ein Impfangebot macht, darf Thomas Schmidt nicht fehlen. Gemeinsam mit Martina Pfeffermann organisierte der stellvertretende Leiter der Kasseler Feuerwehr bereits das Zentrum in der Aueparkhalle, er war beim Start im Jugendamt dabei, bei der Eröffnung in der Wolfsschlucht – nur logisch, dass er nach dem Rechten sieht, als am Montag die neue Impfstelle im Philipp-Scheidemann-Haus in Betrieb geht. Die Ersten seien um halb neun da gewesen, sagt Schmidt.

Dabei startet das Ganze erst um 10 Uhr. Dank des Nummernsystems bildet sich nur vereinzelt eine Schlange. Aber nichts im Vergleich zu dem Andrang, den es vor wenigen Tagen noch in der Innenstadt gab. Über die kurze Wartezeit freuen sich Bärbel und Uwe Maus. Die Rentner sind extra aus Bettenhausen in die Nordstadt gekommen, um sich boostern zu lassen. Die Wartemärkchen kleben auf ihren Impfausweisen: Um 12.40 Uhr sind sie an der Reihe. Aktuell ist es 9.55 Uhr.

Für das Ehepaar ist es wie ein Ausflug in die alte Heimat. 44 Jahre hätten sie ganz in der Nähe in der Mombachstraße gewohnt, erzählen die 68- und der 75-Jährige. In der Zwischenzeit bis zur Impfung wollen sie einkaufen gehen, vielleicht noch mal nach Hause, „dann stellen wir uns wieder an. Dauert ja nicht lange“, sagt Uwe Maus.

Horst und Barbara Siedenberg wohnen ebenfalls nicht direkt um die Ecke, sondern in Niederzwehren. In der Innenstadt sei es so voll, sagen die beiden. Außerdem halte die Straßenbahn direkt gegenüber, das sei praktisch. An Weihnachten kommen die Kinder zu Besuch. Deswegen wollen sich die Siedenbergs noch rechtzeitig die dritte Impfung abholen.

Dass ein hoher Anteil der Impflinge aus weiter entfernten Stadtteilen stammt, verwundert Martina Pfeffermann nicht, die wie Schmidt überprüft, ob der Auftakt im Scheidemann-Haus reibungslos verläuft. Mithilfe der mobilen Teams sollten die Impfstellen zu den Menschen kommen, erklärt Pfeffermann: „Inzwischen stellen wir fest, dass die Leute sich die Orte gezielt aussuchen.“ Gleichwohl sei es richtig und wichtig, nun einen weiteren festen Standort auch in der Nordstadt zu haben.

Für 300 Impfungen pro Tag ist der ausgelegt. Im Vergleich zu den anderen Impfstellen gibt es viel Platz. Drei Impfkabinen sind in Betrieb, zwei Ärzte sind im Einsatz, zwei medizinische Fachkräfte, zudem sitzen jeweils drei Mitarbeiterinnen an An- und Abmeldung. Hinzu kommt noch das Personal der Sicherheitsfirma Protex. Über die Monate habe sich alles eingespielt, sagt Pfeffermann und ergänzt: „Vor einem Jahr haben wir diese Räume noch für die Nachverfolgung der Kontaktpersonen genutzt.“

Nun wird geimpft. Damit jeder weiß, wann er seine Dosis bekommt, steht Leon Bettenhausen vor dem Eingang und verteilt die Wartemarken. Die Aufkleber habe er schon an allen Impfstellen der Stadt an den Mann gebracht. Abgewetzte Fingerkuppen habe er aber nicht, fügt er augenzwinkernd hinzu. Um kurz vor halb elf hat er bereits knapp die Hälfte der 300 möglichen Termine vergeben. „Es läuft. Die Leute machen gut mit.“ (Robin Lipke)

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