Ideale Vermehrungsbedingungen in Pfützen

Extreme Mückenplage in der Karlsaue

Kassel. Endlich zeigt sich der Sommer mal wieder von seiner sonnigen Seite, doch die heftigen Regenfälle am vergangenen Wochenende haben gravierende Folgen: Die großflächigen Pfützen vor allem in der Karlsaue bieten ideale Vermehrungsbedingungen für Mücken.

Bei einem Spaziergang in der Aue können also festes Schuhwerk und lange Kleidung nicht schaden. „Ich habe schon über 70 Mückenstiche, irgendwann habe ich aufgehört zu zählen“, sagt ein Mitarbeiter der Gartenverwaltung der Karlsaue. Seinen Kolleginnen und Kollegen gehe es ähnlich. Schon durch den milden Winter habe es mehr Mücken gegeben, wegen der starken Regenfälle und des feucht-warmen Wetters sei die Mückenplage derzeit extrem.

Alleine am Sonntag habe man im Regenfänger 50 Liter Wasser pro Quadratmeter gemessen, sagt Gärtnermeister Karl-Heinz Freudenstein. „Ich arbeite seit 28 Jahren in der Karlsaue, so etwas habe ich noch nie erlebt. Hoffen wir, dass das nicht noch einmal passiert.“

Die Mitarbeiter der Gartenverwaltung sind wegen der Mücken nicht nur geplagt, sie haben auch mehr zu tun. Wegen des Sturms und des aufgeweichten Bodens waren gleich mehrere große Laubbäume umgestürzt, die weggeschafft werden mussten. Und zweimal mussten die Zitronenbäumchen an der Karlswiese ins Trockene befördert werden. Auch die Wiesenpflege wird mühsamer, weil es wegen der liegenden Grashalme nicht möglich ist, zu mähen. Besonders betroffen seien die Bereiche am Küchengraben und an der Karlswiese, sagt Freudenstein.

Allein der Schaden in der Karlsaue liege bei etwa 100 000 Euro, sagte eine Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Im Bergpark müssten etwa 180 000 bis 200 000 Euro aufgewendet werden, um die Unwetterschäden zu beseitigen.

Bis der Grundwasserspiegel in der Aue wieder abgesunken und der Boden auf ein normales Maß abgetrocknet ist, könnte es eventuell noch Wochen dauern. Zumal es nach Ansicht der Meteorologen auch in den kommenden heißen Tagen zu Wärmegewittern kommen kann. So ist zu befürchten, dass weitere Bäume entwurzelt werden könnten. In jedem Fall leiden auch die Grünflächen, die mitunter bereits schon modrig-faulig müffeln. Auch wegen der vielen Mücken sind dies nicht gerade einladende Bedingungen für ein Picknick auf der Parkwiese.

Hintergrund: Mücken erfolgreich abwehren

Mückenstiche können schmerzhaft sein, quälenden Juckreiz und allergische Reaktionen auslösen und sich entzünden. Deshalb sollten die Plagegeister möglichst abgewehrt werden. Hier ein paar hilfreiche Tipps:

• Insektengitter am Fenster oder Moskitonetze über dem Bett oder Kinderwagen halten Mücken fern.

• Mücken werden von dunkler Kleidung angezogen und können durch eng anliegende Kleidung stechen. Helle, weite Kleidung schützt besser.

• Socken und feste Schuhe sind ebenfalls ein guter Schutz, denn Mücken sitzen gerne im Gras.

• Gerade für Erwachsene, die viel im Freien beziehungsweise im Grünen arbeiten, empfehlen Experten, die Kleidung mit speziellen Abwehrsprays zu imprägnieren, sagt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Karin Müller.

• In Outdoor-Läden gebe es zudem besondere Schutzkleidung und -hüte.

• Wer ein Picknick oder einen Grillabend plant, sollte zusätzlich zur schützenden Kleidung eventuell auch Abwehrmittel auftragen. Je höher der Anteil des Wirkstoffes DEET, umso effektiver ist der Schutz. Allerdings sind stärkere Mittel mit Vorsicht anzuwenden (insbesondere bei Kindern und Schwangeren). Am besten sollte man sich in der Apotheke beraten lassen.

• Linderung bei Mückenstichen können antiallergische Gels, eine Zwiebelscheibe oder auch Zitronensaft bringen. Hilfreich ist vor allem Kühlen.

Von Martina Heise-Thonicke

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