Witte: "Das ärgert mich immens"

Auebad: Außenbecken frühestens Samstag oder Sonntag wieder geöffnet

Kassel. „Das ärgert mich immens“, sagte Norbert Witte, Vorstand der Städtischen Werke, am Donnerstag auf die Frage von Journalisten, wie er die Schließung des Freibadbereichs des nagelneuen Auebads empfinde. „Wir haben Top-Wetter, das Bad ist gut angenommen worden und dann finden wir einen Keim.“

Hinweis:

- Die Preise fürs Auebad werden vorübergehend gesenkt

Verschiedene Kamerateams waren zu einem Pressetermin an das Kombibad gekommen, um sich über die neue Belastung mit Pseudomonas-Bakterien in den Außenbecken zu informieren.

Witte machte deutlich, dass in den Becken kein einziger Keim gefunden worden sei. „Wir haben einen Keim pro 100 Milliliter Wasser hinter einem Filter eines Außenbeckens gemessen.“ Da Bäder sofort geschlossen werden müssten, sobald nur eine Pseudomonas-Bakterie nachgewiesen werde, habe man sich am Mittwochnachmittag in Absprache mit dem Gesundheitsamt dazu entschlossen.

Alle zwei Tage gemessen

Nachdem die Keime bereits vor der Eröffnung des 32 Mio. Euro teuren Bads festgestellt und bekämpft worden waren, habe das Gesundheitsamt angeordnet, dass nach der Eröffnung alle zwei Tage gemessen werden müsse. Das sei auch geschehen. Am zwölften Tag sei dann ein Keim entdeckt worden. Normalerweise fänden solche Untersuchungen alle vier Wochen statt.

Der Werke-Vorstand geht davon aus, dass die Fachfirma, die nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für die Wasseraufbereitungsanlage im Auebad bekommen hat, für die Verkeimung verantwortlich ist. „Die hatten die Verpflichtung, für ein mängelfreies Bad zu sorgen.“

Laut Witte muss die Firma nun auch für den Schaden aufkommen, den die Teilschließung verursacht. Von dem Imageschaden abgesehen, so Witte, müsste ausgerechnet werden, wie viele Einnahmen den Städtischen Werken durch die Lappen gehen. Bei diesen Temperaturen kann das - bei gerechnet 3000 Besuchern pro Tag - schnell ein hoher fünfstelliger Betrag sein.

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Experten seien damit beschäftigt, nach dem Defekt in der Aufbereitungsanlage zu suchen, sagt Witte. Das Wasser werde verstärkt chloriert. Vor Samstag oder Sonntag könne das Freibad aber auf keinem Fall wieder geöffnet werden. Grund: Ein verlässliches Ergebnis der Wasserproben liege erst 72 Stunden nach der Entnahme vor.

Norbert Witte

Enttäuschte Gesichter gab es am Vormittag von sonnenhungrigen Badegästen, die von der spontanen Schließung noch nichts mitbekommen hatten. „Endlich haben wir Zeit, ins neue Freibad zu gehen“, sagte Denise Lambrecht, die mit ihren Kindern Jannis und Kim zum Bad geradelt war. „Dann gehen wir halt zur Buga.“ Nur wenige Badegäste gingen bei der Hitze ins Hallenbad. So wie Rainer Demme aus Niestetal: „Ich gehe sowieso nur ins Hallenbad, weil ich so eine empfindliche Haut habe. Für alle anderen ist das aber sehr schade. Besonders in den Ferien.“

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Video: Wieder Keime im Auebad

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