Kasseler Architekturstudent Fabian Rügemer hat Preis bei spanischem Wettbewerb gewonnen

Wie Fächer in der Mondlandschaft

Ein Museum in der Lava-Landschaft: Mit diesem Entwurf hat Fabian Rügemer den zweiten Platz bei einem Studentenwettbewerb in Spanien belegt. Foto:  Dilling

Kassel. Wer in Kassel baut, muss darauf achten, dass sich sein Gebäude in das Häusermeer der Umgebung einfügt. Der Architekturstudent Fabian Rügemer hat mit einem Entwurf für ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Gelände des Stadtbads Mitte, das demnächst abgerissen werden soll, gezeigt, wie so etwas gelingt.

Doch welche Architektur wählt man, wenn ringsum nur Kraterlandschaft und erkaltete Lava ist? Auch dafür hat der 29-Jährige eine ansprechende Lösung gefunden, die jetzt preisgekrönt wurde.

Besucherzentrum

Rügemer hat ein Vulkanmuseum und Besucherzentrum für die spanische Insel Lanzarote entworfen: einen weißen Fächer aus Beton und Glas, der sich auf zwei Etagen an den Rand des erkalteten, wie eine bizarre Mondlandschaft wirkenden Lavabergs schmiegt. Dafür hat der Kasseler den mit 1000 Euro dotierten zweiten Preis eines internationalen Studentenwettbewerbs mit über 300 Teilnehmern gewonnen. Besser wurde von den Spaniern nur die Arbeit ihrer Landsleute, einem dreiköpfigen Studententeam, bewertet.

Der Kasseler ist einmal nach Lanzarote geflogen, um sich von der spanischen Architektur inspirieren zu lassen und die Lavalandschaft zu erkunden. Er habe den örtlichen Baustil bei seinem Entwurf aufgenommen und das Museum so platziert, dass die Besucher die Möglichkeit haben, die Weite der schwarzen Landschaft zu genießen.

Zu Hause hat er dann drei Monate am PC den Entwurf fertiggestellt. Ob das Museum wirklich gebaut werde, wisse er nicht. Es sei ja nur ein studentischer Wettbewerb gewesen, sagt der 29-Jährige. Rügemer hat mit dem Vulkanthema gerade erfolgreich sein Masterstudium beendet.

Was er nach dem Studium macht, weiß der 29-Jährige noch nicht so genau. Er werde wohl erst einmal in einem großen Architekturbüro Erfahrungen sammeln, sagt er. Konfektionsarchitektur sei jedenfalls nicht Rügemers Sache, sagt sein Betreuer, Professor Wolfgang Schulze.

Das findet der Dozent in einer Zeit, wo sich die Baustile weltweit immer stärker annäherten und manchmal gar austauschbar würden, gar nicht so schlecht. (pdi)

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