Höhenunterschied mit bloßem Auge erkennbar

Fahrer verwundert über Schräge in Loßbergstraße

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Schieflage in der Kurve: In der Linkskurve der Loßbergstraße in Richtung Harleshausen neigt sich die Fahrbahn nach außen. Die Schräge dient laut Stadt dem besseren Abfluss von Regenwasser. Die Gefahr, mit dem Auto aus der Kurve zu fliegen, bestehe nicht.

Kassel. Die neue Fahrbahn der Loßbergstraße ist nicht gerade, sondern nach außen abschüssig. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Außenrändern der schon fertiggestellten Fahrbahnhälfte, auf der zurzeit der Verkehr durch die Baustelle geführt wird, ist mit bloßem Auge zu erkennen.

Auch die Linkskurve hinter der Kreuzung Zentgrafenstraße in Richtung Harleshausen neigt sich leicht nach außen. „Normalerweise müsste das Gefälle doch nach innen gehen“, wundert sich der Kirchditmolder Thomas Holzhauer, der die Strecke jeden Tag zur Arbeit fährt. Der 54-Jährige befürchtet, dass - vor allem bei Nässe oder Glätte - die Autos in der Linkskurve durch das Gefälle nach außen von der Fahrbahn rutschen könnten.

Diese Gefahr bestehe nicht, sagt Karl-Heinz Göttlich vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt. Die Beobachtung sei aber richtig: Die Fahrbahn sei leicht abschüssig. Die Querneigung – so heißt der Fachbegriff im Straßenbau – betrage 2,5 Prozent. Das entspreche den Vorschriften, sagt Göttlich. „Wir haben nach der Anfrage extra noch mal nachgemessen.“

Video: Staus an der Baustelle

Man baue die Fahrbahnen mit dieser leichten Neigung, damit das Regenwasser schnell abfließen könne. Wenn der Umbau der Loßbergstraße Ende 2013 abgeschlossen ist, wird die Straße im Bereich der Kurve fünfspurig sein. Die gesamte Breite liegt dann bei mehr als 16 Metern. Deshalb werde die im Bau befindliche Fahrbahnhälfte für die stadteinwärtigen Spuren ebenfalls um 2,5 Grad nach außen geneigt sein. Durch dieses sogenannte Dachprofil werde das Regenwasser zügig jeweils nach außen abgeführt, erklärt Karl-Heinz Göttlich.

Das sei auch deshalb wichtig, weil es zu Schäden der Fahrbahn kommen könne, wenn das Wasser stehen bleibt und es womöglich friert. Bei Starkregen sei es auch aus Sicherheitsgründen wichtig, dass das Wasser so schnell wie möglich abfließe. Deshalb werde die Fahrbahn auf der gesamten Länge der Loßbergstraße mit dieser leichten Querneigung gebaut, sagt Göttlich.

Der Höhenunterschied von der Fahrbahnmitte bis zum Rand betrage etwa 16 Zentimeter. Eine Gefahr, durch diese Schräglage mit dem Auto aus der Kurve getragen zu werden, bestehe nicht, versichert Göttlich. „Dass man eine Kurve in die Richtung neigt, in die man fährt, gilt nur für Autobahnen oder Landstraßen, wo mit hohen Geschwindigkeiten gefahren wird.“ Im Stadtverkehr sei das nicht nötig. Auf der Loßbergstraße und in der Kurve gilt nach dem Umbau wieder Tempo 50. „Da müsste man schon richtig schnell fahren, damit die Fliehkräfte wirken.“ (rud)

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