Unfallflucht: Deutlich mehr Fälle in Stadt und Umland

Kassel. Immer mehr Autofahrer machen sich nach einem Unfall aus dem Staub. In Kassel und den direkten Umlandgemeinden hat die Polizei eine Zunahme von 23 Prozent in fünf Jahren registriert.

In den meisten Fällen handelt es sich um Blechschäden. Die Aufklärungsquote ist niedrig.

„Unfallflucht ist ein Massenphänomen“, sagt Frank Behrens, Leiter der Unfallfluchtgruppe im Polizeipräsidium Nordhessen. Deshalb sei es schwierg, jeden Fall so zu bearbeiten, wie es wünschenswert wäre. „Es ist die Menge, die einen erschlägt.“

Ein möglicher Grund für den Anstieg könnte aus seiner Sicht sein, dass Unfallflucht häufiger angezeigt werde, etwa weil mehr Leasingfahrzeuge gefahren, Kratzer und kleine Beulen deshalb nicht einfach hingenommen würden. Allerdings seien dies nur Vermutungen. Zur Unfallflucht gebe es kaum Untersuchungen. 2011 wurden in Kassel 1705 Unfallfluchten angezeigt, vor fünf Jahren waren es 1257. Im Landkreis wurden im vergangenen Jahr 906 Anzeigen wegen Fahrerflucht erstattet. 2006 waren es 759.

Die Aufklärungsquote lag in der Stadt 2011 bei 44,9 Prozent (2006: 42 Prozent). Im Kreis waren es 37,2 Prozent (34,2 Prozent). Zum Vergleich: Die allgemeine Aufklärungsquote des Polizeipräsidiums Nordhessen hat zuletzt einen Wert von 58,8 Prozent erreicht.

Verlassen des Unfallorts ist Straftat

Das Verlassen des Unfallorts ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Viele seien sich ihrer Verpflichtung nicht bewusst, vor Ort auf den geschädigten Autofahrer warten zu müssen, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll. Auch wenn das Gesetz keine konkreten Vorgaben mache, müsse man eine angemessene Zeit am Unfallort bleiben. „Fünf Minuten warten und dann abhauen, das reicht nicht“, sagt Knöll. Wenn der Betroffene nicht ausfindig gemacht werden könne, sollte man den Unfall bei der Polizei melden. „Dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite."

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