Viele ältere Menschen kommen mit Automaten nicht zurecht

Ticketkauf: Probleme am Automaten, Fünferticket für Kurzstrecke fehlt

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Rarität: Grete Funk hütet die letzten Kurzstrecken-Tickets für 1,40 Euro wie einen Schatz.

Kassel. Ihre letzten fünf Kurzstrecken-Fahrkarten für 1,40 Euro hütet Greta Funk wie einen Schatz. Seit der Fahrplanänderung des NVV zum 15. Dezember gibt es Kurzstrecken-Tickets für Straßenbahn und Bus nicht mehr als Fünferticket, sondern nur noch als Einzelfahrschein für 1,60 Euro.

Außerdem gibt es diese nur noch am Fahrkartenautomaten und beim Busfahrer. Mit dem Fahrkartenautomaten kommt die 89-Jährige jedoch nicht zurecht, kauft die Tickets lieber persönlich im Vorverkauf. Und rechnen muss sie bei 500 Euro Rente mit jedem Cent. Deshalb möchte Grete Funk die Fünfertickets (2,30 Euro pro Ticket), die in den Vorverkaufsstellen erhältlich sind, nicht für Kurzstrecken verschwenden. „Ich kann nicht verstehen, warum man die Kurzstrecken-Fahrkarten nicht mehr an den Vorverkaufsstellen kaufen kann“, sagt sie.

Laut NVV-Sprecherin Sabine Herms sind die Fünfer-Tickets für die Kurzstrecke abgeschafft worden, weil sie zu wenig genutzt worden seien. Herms: „Viele Kunden sind auf andere Fahrkartenarten umgestiegen.“ Das Kurzstrecken-Ticket sei aber weiterhin als Einzelfahrschein für 1,60 Euro am Fahrkartenautomaten erhältlich. Aber man denke darüber nach, die Einzelfahrkarte für die Kurzstrecke im Vorverkauf eventuell wieder zu ermöglichen. Man wolle dazu noch einmal Gespräche mit der KVG führen.

Man müsse auch hinsichtlich der Vertriebswege sehen, dass die Kosten in einem vertretbaren Rahmen blieben. Auch die Montags-bis-Freitags-Karte für Beruftätige wurde in diesem Zuge abgeschafft. Das Kurzstrecken-Ticket sei aber weiterhin als Einzelfahrschein am Fahrkartenautomaten erhältlich. 

Doch Fahrkarten-Automaten sind generell für viele ältere Menschen ein Problem. „Wenn ein Fahrgast mit Ticket-Automaten nicht gut zurechtkommt, bieten sich ihm eine Reihe alternativer Möglichkeiten“, sagt Heidi Hamdad, Sprecherin der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Gerade wenn es um die persönliche Beratung über günstige Varianten gehe, sei eines der drei Kasseler Kundenzentren in der Kurfürsten-Galerie, im Bahnhof Wilhelmshöhe und im Hauptbahnhof ideal.

43 Vorverkaufsstellen in Kassel

Daneben gebe es in Kassel 43 Vorverkaufsstellen für Fahrkarten. Eine persönliche Beratung biete außerdem das kostenfreie Service-Telefon des NVV. „Besonders günstig für ältere Menschen über 60 Jahre ist die Nordhessenkarte 60plus“, sagt Hamdad. 9000 Menschen hätten die Karte mittlerweile abonniert. Die Karte gilt ein Jahr lang  und für alle Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs wie Trams, Regiotrams, Nahverkehrszüge und Busse in ganz Nordhessen.

Der Preis: 530 Euro, das entspricht 1,45 Euro pro Tag. Für Grete Funk lohnt sich die Nordhessenkarte nicht. „Ich nutze die Straßenbahn ja nur, um von der Weserspitze in die Stadt zu fahren und um meine Rente von der Post abzuholen“, sagt sie. Die Kurzstreckentickets seien für sie ideal. Laut NVV können bereits erworbene Fünfer-Kurzstrecken-Tickets noch bis Ende Juni eingelöst werden. Danach sind sie ungültig, können aber in allen NVV-Kundenzentren zur Erstattung zurückgegeben werden. (mkx)

Service: Beratung, Tickets, Informationen

Fahrkarten und persönliche Beratung über günstige Fahrkarten-Varianten bieten die drei Kasseler Kundenzentren:

• Kurfürsten Galerie, Mauerstraße 11, Haltestelle Königsplatz/Mauerstraße, montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 16 Uhr

• Bahnhof Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Platz 1, montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 8 bis 13 Uhr

• Hauptbahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1, montags bis freitags 8 bis 17 Uhr

• Einen Überblick über die 43 Vorverkaufsstellen gibt es im Internet: www.kvg.de/index.php?id=564

• Informationen zur Nordhessenkarte: www.kvg.de/index.php?id=495
• Das kostenfreie Servicetelefon des NVV ist erreichbar unter 0800/939-0800

• Weitere Informationen: www.kvg.de und www.nvv.de

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