Fahrradreport: So sicher sind Kassels Straßen

Kassel. Der Verkehrsclub Deutschland hatte ermittelt, dass die Zahl der verunglückten Radfahrer in Kassel - gemittelt über die vergangenen fünf Jahre - zugenommen hat. Wir machten den Praxistest und überprüften, wie sicher es in Kassel für Radfahrer ist. Ergebnis: Es gibt Nachholbedarf.

Auf der Goethestraße kommt uns Elke Pfeil entgegen. Sie fährt jeden Tag den dortigen Fahrradweg in Richtung Innenstadt. An der Ecke Querallee versperrt derzeit ein Bauzaun den Weg. „Die Situation in der Goethestraße ist für Radfahrer zurzeit chaotisch. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, wo der Radweg weitergeht“, sagt die Kasselerin. Viele Radfahrer seien wegen der „vollkommen unübersichtlichen Beschilderung“ irritiert.

Auch Björn Kunze aus Kassel, der sein Kind in einem Anhänger hinter seinem Fahrrad herzieht, hält die Ausschilderung vor der Baustelle für unzureichend. Der junge Familienvater findet, dass der Radverkehr nicht wirklich in der Stadt etabliert ist. Das vorhandene Wegenetz garantiere Radfahrern nicht überall die nötige Sicherheit.

Aber es hat sich für Kassels Radfahrer auch einiges verbessert. Frank Siebenhausen etwa freut sich darüber, dass unter anderem auf der Kölnischen Straße ein Schutzstreifen auf die Fahrbahn aufgebracht wurde, der die Radspur durch eine gestrichelte Linie vom restlichen Verkehr abtrennt. Allerdings sei die Ausführung nicht überall optimal. Teilweise sei die Spur für Radfahrer zu schmal. Dies berge Gefahren (siehe Artikel links).

Siebenhausen wünscht sich, dass das Radwegenetz noch weiter ausgebaut wird. „Wenn ich in die nordöstlichen Stadtteile mit dem Rad will, brauche ich extrem lange“, sagt der Mann aus Kirchditmold. Helga Hahn fühlt sich auf ihrem Rad grundsätzlich sicher in Kassel. „Ich fahre aber nur kurze Strecken.“ Mehr Radwege seien aber wünschenswert. Auf Teilen der Wolfhager Straße gibt es zum Beispiel überhaupt kein Angebot für den Radverkehr.

Das heißt, Radfahrer müssen auf der viel befahrenen Straße in die Pedale treten. Das Gegenmodell gibt es auf Kassels einziger Fahrradstraße in der Menzelstraße / Landaustraße. Marlis und Clemens Wohkittel strampeln dort am Auepark entlang. Sie sind zufrieden mit der Fahrradstraße, sehen aber auch Probleme. So gebe es etwa Fußgänger, die unter rasenden Fahrradfahrern zu leiden hätten. Insgesamt wünscht sich Clemens Wohkittel mehr Freiräume für den Radverkehr: „Ich verstehe nicht, warum der Auedamm nicht endlich zur Einbahnstraße erklärt wird.“

Von Mirko Konrad und Bastian Ludwig

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