Fahrradvermietsystem Konrad ab sofort in Betrieb

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Jetzt geht’s los: Stadtbaurat Christof Nolda (von links), der städtische Fahrradbeauftragte Gerhard Späth, Claudia Sauer (KVG), Theresa Maiwald (Straßenverkehrsamt) und Jürgen Dippel (NVV) an der Konrad-Station Friedrichsplatz. Der grüne Kasten ist einer von drei Terminals im Stadtgebiet, an denen sich Konrad-Nutzer direkt registrieren lassen können. 

Kassel. Nach holpriger Anlaufphase für das städtische Fahrradvermietsystem Konrad wird man den grün-weißen Rädern jetzt immer häufiger auf Kassels Straßen begegnen.

Seit Donnerstag, 7 Uhr, funktioniert die Ausleihtechnik per Internet und Servicetelefon für alle, die sich als Nutzer registrieren lassen wollen. Am Vormittag verkündete Stadtbaurat Christof Nolda an der Konrad-Station Friedrichsplatz offiziell den Start.

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Nolda hob den Ergänzungseffekt des Systems für den öffentlichen Personenverkehr hervor. Niemand müsse beim Umsteigen länger auf einen Anschlussbus oder die nächste Tram warten, sondern könne sich unkompliziert ein Konrad schnappen. Diese Art der innerstädtischen Mobilität mache von Fahrplan-Linienführungen unabhängig, sei zudem gesund, ökologisch und mache auch noch Spaß.

Konrad im Detail

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Dass das System jetzt technisch hinreichend stabil laufe, hätten sich die Organisatoren „mühsam erarbeitet“, sagte Nolda. 60 Testfahrer haben während der vergangenen vier Wochen in die Pedale getreten und den Normalbetrieb simuliert. Dabei wurden über 1000 Einzelfahrten absolviert, erläuterte Theresa Maiwald, die das System beim Straßenverkehrsamt betreut. Der weitaus größte Teil der Mängel-Meldungen habe seine Ursache in anfänglichen Unsicherheiten bei der Bedienung gehabt. Zum Teil seien auch einzelne Rückgabestationen angefahren worden, die während des Probelaufs noch nicht in Funktion gewesen seien.

Die wirkliche Fehlerquote habe unterm Strich bei etwa 2 Prozent gelegen, sagte Maiwald - ein Wert, der auch bei bereits betriebenen Radvermietungssystemen gängig sei und nicht weiter unterschritten werden könne.

Wer Fahrkarten von KVG und NVV besitzt, kann mit darauf gedruckten Codenummern Gratis-Kontingente fürs Radeln mit Konrad ansammeln, die jeweils für den laufenden Monat gültig bleiben. Ein weiterer Kooperationspartner der Stadt ist die Universität Kassel: Studierende, die ein Semesterticket besitzen und bei Konrad registriert sind, können ein Leihfahrrad beliebig oft für jeweils 45 Minuten kostenlos nutzen.

Als weitere Partner versuche die Stadt nun größere Unternehmen zu werben, sagte Stadtbaurat Nolda. Die könnten baugleiche Räder hinzukaufen, in ihren Betrieben stationieren und den Mitarbeitern so ein günstiges und ökologisches mobilitätsangebot machen. Mit einigen Firmen sei die Stadt schon im Gespräch. „Wir hoffen, damit einer Wirtschaftlichkeit näher zu kommen“, sagte Nolda und machte zugleich klar, dass eine Kostendeckung nicht zu erwarten sei. Die Konräder seien ein Baustein des öffentlichen Personennahverkehrs, welcher immer ein Zuschussgeschäft bleiben werde.

Von Axel Schwarz

Video: Fahrradverleihsystem Konrad im Kasseler Test - wir zeigen, wie es funktioniert

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