Entwurf zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Ballungsraum Kassel liegt vor

Fahrverbote sind nicht geplant

Dicke Luft im Kasseler Becken: Die Qualität der Atemluft im Ballungsraum Kassel soll mit der Fortschreibung des Luftreinhalteplans weiter verbessert werden. Archivfoto: Herzog

Kassel. Die Luftqualität im Kasseler Becken soll verbessert werden. Deshalb hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Entwurf der ersten Fortschreibung des Luftreinhalteplans für den Ballungsraum Kassel vorgelegt.

Drastische Maßnahmen wie Fahrverbote für ältere Autos mit gelben oder roten Abgasplaketten soll es auch künftig noch nicht geben. Von den Umweltbehörden wird hingenommen, dass die Belastung der Luft mit den gefährlichen Stickstoffoxiden noch eine Weile über dem aktuellen Grenzwert liegen wird. „Bis zum Jahr 2015 ist jedoch nicht mit einer Einhaltung des NO2-Immissionsgrenzwertes an allen betroffenen Straßenzügen im Ballungsraum Kassel zu rechnen“, steht im Entwurf.

Weil die Hauptursache für die Stickstoffdioxidbelastung in der Motortechnik liege, sei damit zu rechnen, dass die NO2-Konzentrationen nur langfristig abnehmen würden. Voraussetzung für die Einhaltung der Grenzwerte ab 2015 sei allerdings, „dass der Anteil privater Autofahrten tatsächlich um zehn Prozent reduziert wird“, sagt die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich. Zum Ballungsraum Kassel zählen im Luftreinhalteplan auch die Städte und Gemeinden Baunatal, Fuldabrück, Fuldatal, Kaufungen, Lohfelden, Niestetal und Vellmar.

Weiterhin setzt man im Umweltministerium auf die bisherigen Maßnahmen zur Reduzierung der Stickoxidbelastung. Dazu zählen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Einsatz von abgasarmen Omnibussen, der Bau von Umgehungsstraßen bei Kaufungen und Niestetal und die Steigerung der Attraktivität des Rad- und Fußgängerverkehrs.

Darüber hinaus sollen öffentliche und auch möglichst viele private Gebäude besser wärmegedämmt und zudem mit neuen, sparsamen und umweltfreundlichen Heizungsanlagen ein zusätzlicher Beitrag für bessere Luft geleistet werden. Diesem Ziel sollen auch der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes und die Förderprogramme zur Energieeinsparung und Nutzung regenerativer Energie aus Sonne, Wind und Wasserkraft dienen.

Wie das im Luftreinhalteplan gesetzte Ziel, unter dem Leitgedanken „Staufreies Hessen“ auch den Verkehrsfluss in Kassel zu verbessern, mit dem derzeit geplanten Umbau der Altmarkt-Kreuzung mit drei neuen Fußgängerüberwegen in Einklang zu bringen ist, bleibt abzuwarten.

Einwohner im Ballungsraum können bis 8. Juli ihre Anregungen und Bedenken zum Planentwurf mitteilen. Der 88 Seiten dicke Entwurf liegt bis zum 24. Juni in den Rathäusern aus und steht auch im Internet zum Lesen oder Ausdrucken zur Verfügung: Auf den Internetseiten des hessischen Umweltministeriums (www.hmuelv.hessen.de) oder auf der Homepage des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (www.hlug.de).

Von Jörg Steinbach

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