Auch Postfiliale muss raus

Fair-Kaufhaus braucht neue Räume: Halle in Rothenditmold wird saniert

Muss umziehen: Das Fair-Kaufhaus war seit 2008 in Rothenditmold ansässig. Zu Ende September ist der Mietvertrag jetzt gekündigt worden.
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Muss umziehen: Das Fair-Kaufhaus war seit 2008 in Rothenditmold ansässig. Zu Ende September ist der Mietvertrag jetzt gekündigt worden.

Das Fair-Kaufhaus war seit 2008 in Rothenditmold ansässig. Zu Ende September ist der Mietvertrag jetzt gekündigt worden.

Rothenditmold - Wenn man Michael Schmidt vor einigen Monaten gefragt hätte, wie es um das Fair-Kaufhaus in Rothenditmold steht, hätte er gesagt gut. Seit der Umstrukturierung 2015 habe das Geschäft für Gebrauchtwaren jedes Jahr Gewinn gemacht, sagt Schmidt. „Wir haben einen Großteil der Altlasten abbauen können und waren auf einem guten Weg“, sagt der Geschäftsführer, der das Fair-Kaufhaus nach dem Tod seines Vorgängers Horst Pedina 2015 übernommen hatte.

Wie es für das Fair-Kaufhaus weitergeht, ist noch unklar. Denn der Vermieter der Immobilie, der Gewerbepark Clasen, hat Schmidt die Räume zum 30. September gekündigt. Als Grund führt Gewerbepark-Geschäftsführerin Petra Aschmann an, dass man die Halle sanieren müsse. Der Sonderbau an der Philippistraße sei in die Jahre gekommen und auch aufgrund des Brandschutzes seien Umbauten notwendig. Das sei leider nur möglich, wenn die Hallen leer sind. Wie die Immobilie dann zukünftig genutzt werden sollen, steht laut Aschmann noch nicht fest. Sie gehe von einer ähnlichen Nutzung aus wie bisher, von der auch der Stadtteil profitiere.

Vergeblich nach neuen Räumen umgehört

Michael Schmidt kann dem Gewerbepark die Kündigung nicht übel nehmen, sagt er. Man habe den Vertrag innerhalb der Fristen aufgelöst und der Gewerbepark sei immer ein guter Vermieter gewesen. Dass das Fair-Kaufhaus neue Räume im Stadtteil findet, glaubt er nicht. Da habe man sich schon umgehört – vergeblich. Seine Mitarbeiter hätten die Nachricht gefasst aufgenommen.

Vor allem hängt die Zukunft des Fair-Kaufhauses aber auch davon ab, ob die Banken einen Kredit für den Umzug gewähren. Den kalkuliert Schmidt nämlich mit 50 000 bis 70 000 Euro. In Schieflage war das Unternehmen geraten, weil es mit den hohen Schulden der Anfangsjahre zu kämpfen hatte. Seit 2015 sei das Fair-Kaufhaus aber tragfähig gewesen, so der Geschäftsführer. Die Idee des Kaufhauses besteht darin, Gebrauchtwaren aus Spenden zum kleinen Preis zu verkaufen und mit möglichen Gewinnen soziale Einrichtungen und Projekte zu unterstützen.

Angebot entstand unter dem Dach der Drogenhilfe

„Wenn das Fair-Kaufhaus Rothenditmold verlässt, wäre das auch ein großer Verlust für den Stadtteil“, so Ortsvorsteher Hans Roth. Hinzukommt, dass in den Räumen aktuell die Postfiliale untergebracht ist. Auch die würde es dann in Rothenditmold erst mal nicht mehr gehen.

Was die Zukunft des Fair-Kaufhauses angeht, ist Michael Schmidt aber trotzdem vorsichtig optimistisch. Wenn der Kredit genehmigt werde, gäbe es eine Möglichkeit, in neue Räume umzuziehen. Dann aber wahrscheinlich eben nicht in Rothenditmold. Im Stadtteil war das Fair-Kaufhaus seit 2008 ansässig. Das Angebot war einst unter dem Dach der Drogenhilfe entstanden, um Menschen eine Arbeit zu bieten, die längere Zeit keine Arbeit gehabt hätten. (Kathrin Meyer)

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