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Fall Lübcke: Ersthelfer war vorübergehend in Gewahrsam

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Von: Nicole Schippers, Ulrike Pflüger-Scherb

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Nordsee-Fähre nach Wangerooge am Hafen im niedersächsischen Harlesiel am Pfingstmontag. Am Samstag soll es dort einen Polizeieinsatz im Fall Lübcke gegeben haben. Foto: Florian Hagemann
Nordsee-Fähre nach Wangerooge am Hafen im niedersächsischen Harlesiel am Pfingstmontag. Am Samstag soll es dort einen Polizeieinsatz im Fall Lübcke gegeben haben. © Florian Hagemann

Am Samstag nahm die Polizei im Fall Lübcke einen Mann in Harlesiel (Niedersachsen) fest. Dabei handelte es sich um den Ersthelfer.

Bei dem Mann, der am Samstag auf einer Nordseefähre im Fall des getöteten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke vorübergehend festgenommen worden war, handelt es sich um den Rettungssanitäter. Dieser war als einer der ersten am Tatort in Istha. 

Wie die HNA berichtet hatte, soll der Rettungssanitäter von dem jüngsten Sohn Lübckes gerufen worden sein, nachdem Lübcke auf seiner Terrasse mit einer Kopfverletzung gefunden worden war. Der mit Lübckes Sohn befreundete Sanitäter gehörte nicht zu der Besatzung des angeforderten Rettungswagens. 

Nach Informationen der HNA soll dieser Sanitäter aber den Tatort manipuliert haben, indem er Blutspuren weggewischt hat. Die Bild-Zeitung berichtet, dass der Mann sogar Felgenreiniger benutzt haben soll, um Blut verschwinden zu lassen. Dazu wollte Andreas Thöne, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, keine Auskünfte geben.

Die Sonderkommission „Liemecke“ und die Staatsanwaltschaft haben am Dienstag lediglich eine Presseerklärung herausgegeben. Darin wird bestätigt, dass der Mann, der am Samstag im Bereich Harlesiel (Niedersachsen) in Gewahrsam genommen worden war, zum Fall Lübcke befragt worden ist. Bei der Befragung im Polizeipräsidium Nordhessen hätten sich aber keine Anhaltspunkte ergeben, die eine Tatbeteiligung stützten. Aus diesem Grund wurde der Mann am Sonntagmorgen wieder entlassen.

Bild schreibt, dass die Ermittler, die von einer geplanten Nordsee-Reise des Sanitäters und seiner Eltern erfahren hatten, befürchteten, dass er möglicherweise die Tatwaffe im Meer verschwinden lassen könnte.

Die Rolle des Rettungssanitäters, der bei der Feuerwehr arbeitet, gibt weiter Rätsel auf. Fest steht, dass er von Familie Lübcke vor etwa zwei Jahren ein Grundstück und ein Haus in Istha gekauft hat, das er derzeit saniert. Auch diese Immobilie wurde am Samstag durchsucht.

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