Rechercheplattform veröffentlicht Bild

Mutmaßlicher Lübcke-Mörder demonstrierte offenbar mit AfD in Chemnitz

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Auf dem Weg zur Demonstration: Hier sollen Markus H. und Stephan Ernst in Chemnitz zu sehen sein. 

Nach einem Bericht der antifaschistischen Rechercheplattform Exif soll Stephan Ernst an einer Demonstration im vergangenen Jahr in Chemnitz teilgenommen haben.

Dabeigewesen sein soll auch sein wegen Beihilfe zum Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke in Haft sitzender mutmaßlicher Komplize Markus H.. Bei der Demo marschierten auch führende AfD-Politiker wie Thüringens Landeschef Björn Höcke, Pegida, die rechte Gruppierung „Pro Chemnitz“ und weitere rechtsextreme Gruppen mit. Bislang hatte es von der Bundesanwaltschaft geheißen, dass Stephan Ernst zuletzt bei rechtsextremen Aufmärschen nicht mehr in Erscheinung getreten sein soll.

Am 1. September 2018 hatten in Chemnitz die AfD und „Pro Chemnitz“ zu sogenannten Trauermärschen mobilisiert, um des getöteten Daniel H. zu gedenken. Daniel H. war 2018 auf dem Chemnitzer Stadtfest von einem Syrer mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt worden. Rechte Gruppierungen hatten damals aufgrund des Migrationshintergrundes des Täters zu Demonstrationen aufgerufen. In der Folge kam es in Chemnitz zu Ausschreitungen.

Stephan Ernst mit Rechtsextremen in Chemnitz auf Foto zu sehen

Die Plattform Exif veröffentlichte jetzt im Internet ein Foto, das bei der Demonstration in Chemnitz aufgenommen worden sein soll. Auf dem Bild sind auch die beiden Rechtsextremen aus Kassel zu sehen.

Der Anwalt von Stephan Ernst sagte gegenüber Medien, dass sein Mandant nach eigenen Angaben an Aufmärschen in Erfurt und Dresden teilgenommen habe, in Chemnitz aber nicht. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu der Fotoaufnahme.

Markus H. soll Ernst nicht nur den Kontakt zum Waffenhändler vermittelt haben, sondern auch mit ihm zusammen in einem Schützenverein in Niestetal Schießen trainiert haben.

Bereits 2009 nahmen H. und Ernst an Neonazi-Aufmärschen teil. Damals wurde Ernst nach einer Attacke auf eine DGB-Kundgebung in Dortmund zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Eine enge Freundschaft sollen sie erst dann wieder entwickelt haben, als sie 2013/2014 am Arbeitsplatz wieder in Kontakt gekommen waren.

So besuchten sie 2015 auch zusammen die Bürgerversammlung in Lohfelden. Anschließend stellte Markus H. ein Video der Versammlung ins Internet, auf dem der Unmut einiger Besucher nach der Rede zu hören ist.

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