An der Arbeit soll Stephan E. "nett und zurückhaltend" gewesen sein

Mordfall Lübcke: Stephan E. arbeitete beim Bahntechnik-Hersteller Hübner

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Das Werk 2 des Kasseler Bahntechnik-Herstellers Hübner: Hier arbeitete Stephan E., der am Samstag von der Polizei festgenommen wurde.

Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, war Mitarbeiter des Kasseler Unternehmens Hübner. Sein Spind wurde von der Polizei durchsucht.

Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, arbeitete beim Kasseler Bahntechnik-Hersteller Hübner. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde der Spind des 45-Jährigen bereits am Samstagnachmittag von der Polizei durchsucht, wie das Unternehmen auf Anfrage der HNA mitteilte. Mehr Informationen gab es von Hübner jedoch nicht: "Die Untersuchungen wurden von uns im vollem Umfang unterstützt. Warum und wonach gesucht wurde, dazu können und dürfen wir uns nicht äußern."

Laut Informationen unserer Zeitung soll Stephan E. im Werk 2 in der Heinrich-Hertz-Straße gearbeitet haben und bereits seit mehreren Jahren Beschäftigter des Unternehmens sein, das in Kassel etwa 1000 Mitarbeiter hat. Dass Stephan E. rechtsradikal ist und in der Vergangenheit bereits straffällig geworden war, soll bei Hübner nicht aufgefallen sein. Mitarbeiter beschreiben ihn als "nett und zurückhaltend". Sein bester Kumpel war angeblich ein Iraner. Ein Mitarbeiter, der ihn nicht kannte, zeigte sich gegenüber der HNA überrascht, dass "so jemand in unserer Firma" arbeitet.

Der Hessische Rundfunk berichtet derweil, dass der Tatverdächtige Stephan E. in Hessen aufgewachsen ist. Er stamme aus Hohenstein im Untertaunus, berichtet der Sender.

Der Fall Lübcke: Was bisher bekannt ist – und was nicht

Ist Stephan E. der Täter? Was hat ihn zu der Tat getrieben? „Es gibt eine Menge, Menge aufzuklären“, sagte Holger Münch, der Präsident des Bundeskriminalamtes, während der gestrigen Pressekonferenz in Berlin. Wir fassen die drängendsten Fragen zusammen.

Ist es sicher, dass Stephan E. der Täter ist?

Das Hauptbeweismittel ist die auf Lübckes Oberbekleidung gefundene Hautschuppe, die nach einer DNA-Analyse eindeutig Stephan E. zugeordnet werden konnte. Diese Spur sowie die kriminelle Vergangenheit und der rechtsextreme Hintergrund von Stephan E. haben den Haftrichter am Sonntag dazu veranlasst, einen Untersuchungshaftbefehl zu erlassen. Die Ermittler müssen sich tatsächlich schon sehr sicher sein, dass E. auch der Täter ist. Dass sie sogar den Namen – wenn auch abgekürzt – nennen, ist ein Hinweis darauf.

Wo ist die Tatwaffe geblieben?

Von ihr fehlt bislang jede Spur. „Die Tatwaffe ist noch nicht gefunden worden“, sagte Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, bei der gestrigen Pressekonferenz in Berlin.

Was lässt sich bisher über den Tathergang sagen?

Der Mörder von Walter Lübcke muss den Regierungspräsidenten zwischen Samstag, 22.30 Uhr, und Sonntag, kurz vor 0.30 Uhr, auf seiner Terrasse in Istha aufgesucht und in den Kopf geschossen haben. Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung gehen die Ermittler nun der Frage nach, ob der verdächtige Stephan E. Helfer hatte. Ein Zeuge habe angegeben, es hätten sich vom Tatort zwei Autos schnell entfernt.

Eines der Autos war ein VW Caddy. Genau so ein Modell sei auf die Ehefrau von Stephan E. zugelassen. Sie habe in der Vernehmung gesagt, der Wagen würde ausschließlich von ihrem Mann gefahren. Die Ermittlungsrichterin habe auch wegen der Hinweise auf Mittäter Haftbefehl gegen E. erlassen. In seinem Haus sei ein zweiter Autoschlüssel gefunden worden, versteckt im CD-Fach eines Radios im Gäste-WC. Der Schlüssel soll zu einem Skoda gehören, der verschwunden sei. Die Ermittler durchsuchten auch den Arbeitsplatz von Stephan E. bei einer Kasseler Firma. 83 Asservate seien insgesamt sichergestellt worden.

Kasseler Regierungspräsident Lübcke tot - Spurensuche in Istha

Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke tot aufgefunden
 © Hessennews.tv
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Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke wurde tot aufgefunden
 © Monika Wüllner
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Spurensuche am Haus des verstorbenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke
Foto vom 7. Juni © Andreas Fischer
Spurensuche am Haus des verstorbenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke
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Spurensuche am Haus des verstorbenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke
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Foto vom 7. Juni © Andreas Fischer
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Foto vom 7. Juni © Andreas Fischer

War Stephan E. Mitglied der NPD?

Dazu hat sich gestern die NPD selbst geäußert. Sie erklärt, dass Stephan E. vor 15 Jahren kurze Zeit passives Mitglied war. Im Jahr 2004 habe man ihn wegen säumiger Beitragszahlungen als Mitglied gestrichen.

Sollte Stephan E. sich tatsächlich wegen des Mordes an Walter Lübcke vor Gericht verantworten müssen – wo würde die Verhandlung stattfinden?

Das ist derzeit noch nicht absehbar. Das hängt davon ab, wo die Ermittlungen hinführen. Handelt es sich tatsächlich um eine politische Tat, handelte eine Person als Einzeltäter oder war ein Netzwerk für den Mord verantwortlich, sind Fragen, die hier eine Rolle spielen. Der Generalbundesanwalt kann festlegen, wo solch eine Verhandlung stattfinden würde. Derzeit ist noch nicht klar, ob das vor dem Landgericht Kassel, beim Oberlandesgericht in Frankfurt oder gleich in Karlsruhe geschehen würde.

Was ist eigentlich mit dem Sanitäter, der zuerst im Visier der Ermittler war?

Hier gibt es keine neuen Verlautbarungen der Ermittler. Warum er nach dem Auffinden des toten Walter Lübcke Blutspuren verwischt haben soll und ob er dies überhaupt getan hat, ist vollkommen unklar. Sicher scheint: Mit dem Verdächtigen Stephan E. hat er nichts zu tun, das stellten die Ermittler ausdrücklich klar. Er war am Fähranleger in Harlesiel in Gewahrsam genommen, nach seiner Befragung aber wieder entlassen worden.

Lesen Sie außerdem: "Danke Walter, ruhe in Frieden": Emotionaler Abschied von Walter Lübcke in Kasseler Martinskirche

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