Karl-Branner-Brücke

Neuer Name für Kasseler Brücke: Bürger schlagen Lübcke-Brücke vor

Die Karl-Branner-Brücke soll ohnehin umbenannt werden: Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten gibt es den Vorschlag von Bürgern, das Bauwerk über die Fulda nach Walter Lübcke zu benennen. Links oben ist das Regierungspräsidium zu sehen. Foto: Andreas Fischer

Die Karl-Branner-Brücke, die die Innenstadt und die Unterneustadt verbindet, soll einen neuen Namen bekommen. Bürgen haben den Namen von Walter Lübcke vorgeschlagen.

Die Karl-Branner-Brücke über die Fulda soll einen neuen Namen bekommen. Hintergrund ist die Verstrickung des ehemaligen SPD-Oberbürgermeisters Branner in das NS-Regime. Jetzt gibt es den Vorschlag von Bürgern, die nach dem ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke zu benennen.

Sie jetzt doch umzubenennen, dazu hat sich die Kasseler SPD nach langem Hin und Her kürzlich durchgerungen und den Namen „Europabrücke“ vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist bei den anderen Parteien allerdings auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Jetzt bringt der ehemalige Kommunalpolitiker Gerhard Rinder aus Niederzwehren einen neuen Vorschlag ins Spiel. Er regt an, die Brücke in der Nachbarschaft des Regierungspräsidiums nach dem ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU) zu benennen. „Für die Stadt Kassel ergebe sich die einmalige Gelegenheit, den getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke angemessen zu ehren“, so Rinder, der früher selbst Mitglied in der CDU war.

Die Trauerreden in der Kasseler Martinskirche anlässlich der Gedenkfeier an das Wirken des ehemaligen Regierungspräsidenten hätten gezeigt, welche Wertschätzung und Verdienste mit der Amtsführung von Lübcke verbunden waren, so der 80-Jährige. Und das über alle politischen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg. „Die zuständigen Rathausgremien, Magistrat und Oberbürgermeister mögen eine Namensgebung für die Unterneustädter Fuldabrücke mit ,Walter-Lübcke-Brücke‘ tatkräftig in Angriff nehmen.“

Rinder ist allerdings nicht der einzige Leser, der sich bei der HNA mit diesem Vorschlag gemeldet hat.

Auch im Regierungspräsidium Kassel, wo der Chef sehr beliebt gewesen ist, habe es schon die Anregung von Kollegen gegeben, die Branner-Brücke oder einen Platz nach Walter Lübcke zu benennen, teilt Michael Conrad, Sprecher des RP, auf Anfrage mit. Letztlich sei es aber die Entscheidung der Ortsbeiräte Mitte und Unterneustadt, welchen Namen die Brücke künftig tragen soll, so Conrad.

Und was sagt die Stadt zu dem Vorschlag verschiedener Bürger? Da gibt man sich etwas abwartend. „Die Stadt Kassel und ich persönlich haben Dr. Walter Lübcke stets sehr geschätzt. Die Stadt und die Stadtgesellschaft sind traurig, aber auch wütend und zutiefst erschüttert über dieses unfassbare Verbrechen“, so Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD).

Daher könnte man sicher auch über eine posthume Würdigung seiner Person nachdenken. Nur sollte ein solches Vorgehen jetzt nicht übereilt erfolgen, so Geselle. Man sollte Familie Lübcke Zeit für Trauer geben und dafür, mit diesen dramatischen Ereignissen umzugehen. „Zudem gibt es ein laufendes Ermittlungsverfahren, das es abzuwarten gilt“, so der Oberbürgermeister. 

Hier befindet sich die Karl-Branner-Brücke in Kassel

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