Seniorin legte 20.000 Euro auf Mülltonne

Falsche Polizisten geschnappt: Bande ergaunerte fünfstellige Beträge in Kassel

Symbolbild Polizei HNA
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Die Fälle hatten im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt – jetzt sind die mutmaßlichen Täter von der Polizei geschnappt worden.

Die Männer erbeuteten unter anderem im November 2019 einen Betrag von 20.000 Euro von einer Seniorin, die das Geld auf einer Mülltonne an der Langenbeckstraße abgelegt hatte. Zuvor war sie von den Betrügern angerufen worden, die sich als Polizisten ausgegeben hatten: Der Name der Seniorin, so sagten sie, stünde auf der Liste einer Einbrecherbande. Die Seniorin solle daher ihr Erspartes zur Sicherheit bei der Polizei abgegeben.

In einem anderen Fall erbeuteten die Täter 10.000 Euro, die ein damals 89-jähriger Mann für eine fingierte Geldübergabe auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Südstadt auf den Reifen seines Autos gelegt hatte.

Nun gibt die echte Polizei einen vermeintlichen Erfolg im Kampf gegen die unechten Polizisten bekannt. Dabei handelt es sich um drei Verdächtige, die auf diese Art und Weise von Senioren Geldbeträge in insgesamt fünfstelliger Höhe ergaunert haben sollen. Ein weiterer Mann wurde bereits bei einer gescheiterten Übergabe im November festgenommen.

Den verdächtigen Männern, einem 36-Jährigen aus Hann. Münden, einem 36-Jährigen aus Baunatal und einem 37-Jährigen aus Bremen, wird vorgeworfen, im September und November 2019 an vier Betrugsfällen mit dieser Masche beteiligt gewesen zu sein, heißt es in der Mitteilung der Polizei. In zwei dieser vier Fälle scheiterte die Übergabe von Geld und Schmuck im Wert von 30.000 beziehungsweise 90.000 Euro.

Den drei Männern sowie dem zuvor festgenommenen 29-Jährigen aus Vellmar drohen nach Angaben der Polizei wegen schweren Betrugs Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Zugeschlagen hatte die Ermittlungsgruppe für Straftaten zum Nachteil älterer Menschen am Montag. Mit Unterstützung von Polizisten aus Bremen durchsuchten sie Wohnungen in Baunatal und Bremen. Dabei fanden die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sowie eine Plombe mit Kokain.

Die vier Verdächtigen sollen nach eigenen Aussagen auf Anweisung eines Callcenters in der Türkei gehandelt haben. Der 36-Jährige aus Baunatal und der 37-Jährige aus Bremen sind mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt, da keine Gründe für eine Untersuchungshaft vorliegen, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Der 36-jährige Verdächtige aus Hann. Münden ist derzeit flüchtig. 

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