Falsche Polizisten in Kassel

Dreister Betrug auf Parkplatz: Senior legt 10.000 Euro auf Hinterreifen seines Autos

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Rentner sollte Geld an einem Autoreifen deponieren: Senior verliert 10.000 Euro.

Falsche Polizisten haben einen 89-Jährigen in Kassel dazu überredet, 10.000 Euro auf seinen Autoreifen zu legen. Die Geschichte liest sich wie die aus einer Gaunerkomödie. 

Dreiste Betrüger, die sich als Polizisten ausgegeben haben, manipulierten am Donnerstag einen 89-jährigen Mann aus Kassel dermaßen, dass dieser 10.000 Euro nahm und diese nach ihrer Anweisung auf einen Reifen seines Autos legte, das er zuvor auf dem Parkplatz bei Edeka Aschoff an der Frankfurter Straße abgestellt hatte. Mit dieser Aktion wollte der Senior helfen, Verbrecher zu stellen. Dabei wurde er selbst Opfer einer Straftat. Das Geld war anschließend natürlich verschwunden.

Es war gegen 10 Uhr, als zwei Betrüger den 89-Jährigen telefonisch zu Hause kontaktierten, teilt Polizeisprecher Alexander Först mit. Die Anrufer überredeten den Mann dazu, bei angeblichen Ermittlungen gegen Betrüger unterstützend tätig zu werden. Der 89-Jährige solle dazu von seiner Hausbank 20.000 Euro abheben, die dann zu einer fingierten Geldübergabe benutzt werden sollten. Bei der Geldübergabe, so sagten die Betrüger, erfolge dann die Festnahme der Täter und der 89-Jährige erhalte umgehend sein Geld zurück.

Irgendwann wurde der Mann stutzig

Dort deponierte der Mann etwa gegen 13 Uhr das Geld in einem Umschlag auf dem linken Hinterreifen seines Wagens und ging im Anschluss in den Markt, um die angeblich dort wartenden Ermittler zu treffen. Während dieser Zeit hielten die Betrüger fortwährend telefonischen Kontakt zu dem Senior, gaben ihm weitere Anweisungen, denen dieser auch folgte.

Irgendwann wurde der Mann jedoch stutzig: Nachdem in dem Markt selbst kein Polizist auf ihn zukam, ging der Rentner wieder zu seinem Wagen zurück. Das Geld war zwischenzeitlich verschwunden und die Betrüger, die immer noch am Telefon waren, gaben dem Mann zu verstehen, dass er erst mal nach Hause fahren könne, da jetzt erst mal die Festnahme erfolge. Zuhause wollte der 89-Jährige dann über eine ihm mitgeteilte Rufnummer die angeblichen Polizisten zurückrufen, aber da war es schon zu spät. Die Nummer war fingiert. Der 89-Jährige musste feststellen, dass er Betrügern aufgesessen war.

Da der Rentner in dem Edeka-Markt durch ein Fenster sein Auto weiter im Auge behalten hatte, konnte er später den „echten“ Polizeibeamten, die jetzt wegen Betruges ermitteln, noch die Beschreibung eines Mannes geben, der das Geld mutmaßlich an sich genommen hat.

Es soll sich um eine Person mit hellbrauner Hautfarbe und kräftiger Statur gehandelt haben. Er trug eine hellblaue Hose, eine beigefarbene Jacke und eine hellblaue Baseball-Cap.  Hinweise an die Polizei unter Tel. 05 61/9100

Von Ulrike Pflüger-Scherb

In Witzenhausen fiel ein 90-Jähriger am Donnerstag auf falsche Maurer rein. Sie stahlen ihm zwei goldene Uhren.*

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