Hilfe in Krisensituationen

Familienberatungszentrum bietet anonyme Beratung für Arbeitnehmer an

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Hilfe in krisenhaften Lebenssituationen: Kafa-Geschäftsführerin Alexandra von Aschoff (links) und Sigrid Schiller.

Kassel. Belastende Lebenssituationen wie Probleme in der Familie schlagen sich nicht nur im privaten Umfeld nieder, sondern auch am Arbeitsplatz. Das Kasseler Familienberatungszentrum bietet in solchen Fällen nun Hilfe an.

Das Kasseler Familienberatungszentrum kafa bietet Unternehmen in Kassel und Umgebung in solchen Fällen Unterstützung, indem Mitarbeiter anonym eine Beratung in Anspruch nehmen können. Dieser Unternehmensservice besteht seit fünf Jahren. In den externen Beratungsgesprächen haben Mitarbeiter die Gelegenheit, über ihre Probleme zu sprechen. Den Betroffenen stehen unter anderem Psychotherapeuten, Eheberater, Kinder- und Jugendtherapeuten und Supervisoren zur Verfügung. „Auch wenn es um die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder um Schulden geht, können wir weiterhelfen“, sagt kafa-Geschäftsführerin Alexandra von Aschoff. Je nach Art des Problems helfen Experten weiter. Für die Klienten sind die maximal fünf Beratungsgespräche kostenfrei. Bezahlt wird die Beratung vom Unternehmen, das mit kafa einen Vertrag schließt. Ein wichtiger Bestandteil des Vertrags ist, dass die Gespräche vertraulich sind und die Unternehmensleitung nicht erfährt, wer sie in Anspruch genommen hat.

Derzeit nutzen vier große Unternehmen den Service, darunter seit drei Jahren die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) mit 1750 Beschäftigten. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Ute Hahn, Leiterin Personalförderung bei der KVV. Für Probleme stehe der kafa-Unternehmensservice in einem 24-Stunden-Telefonservice zur Verfügung. „Bei uns erhalten die Klienten sofort einen Termin“, versichert kafa-Beraterin Sigrid Schiller.

Generell nimmt laut Volker Horn vom kafa-Vorstand etwa einmal im Monat ein Mitarbeiter eines der beteiligten Unternehmen den Service in Anspruch. Kai Lorenz Wittrock, Leiter der Wirtschaftsförderung Region Kassel, wünscht sich, dass mehr Unternehmen den Service nutzen, vor allem auch kleine und mittelständische. „Kollegen und Vorgesetzte sind für viele Menschen häufig der erste Ansprechpartner für Sorgen“, sagt er. Zusammen mit dem niedrigschwelligen Beratungsangebot entstehe ein enges Netz, das Menschen in einer Krise auffangen könne. Gesunde und leistungsfähige seien Mitarbeiter wichtig für jedes Unternehmen.

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