Anwohner schütteln die Köpfe

Sicherung für Container ist gefährliche Stolperfalle

Fragwürdig: Der stellvertretende Ortsvorsteher des Fasanenhofes, Bernd Bolzmacher (CDU), zeigt die Stahlkonstruktion. Sie soll verhindern, dass die Container auf die Straße rollen. Doch ausgerechnet dort, wo keine Leiste liegt, ist es abschüssig. Wo Bolzmacher kniet, soll laut Stadtreinigern der „Fußgängerbereich“ sein.

Fasanenhof. Eine tückische Stolperfalle, eine Hand breit hoch, mitten auf dem Bürgersteig. Gibt es nicht? Gibt es doch. Und zwar im Fasanenhof, Ecke Lenau- und Schwabstraße. Die Anwohner sind empört über die Konstruktion, die Mitarbeiter der Stadtreiniger gebaut haben.

Es handelt sich um einen in den Boden geschraubten Winkel. „Die Anschlagschienen dienen der Sicherung der Container, damit die nicht wegrollen“, sagt die Sprecherin der Stadtreiniger, Birgit Knebel. Doch in Richtung der abschüssigen Straße ist gar keine Schiene montiert. Die Stadtreiniger verweisen auf die Bremsen der Container.

Bernd Bolzmacher, stellvertretende Ortsvorsteher im Stadtteil Fasanenhof, vermutet: „Offenbar wurde die Sicherung verkehrt herum angebracht.“ Anja Kullmann, die gegenüber der zwei Altpapier- und drei Glascontainer wohnt, berichtet, dass eine der Tonnen bereits auf die Straße gerollt sei.

Für den „Fußgängerbereich“ sei zwischen Zaun und Schiene Platz gelassen worden, heißt es bei der Stadtreinigung. „Da passt doch kein Kinderwagen durch“, entgegnet Anwohnerin Lieselotte Strober: „Das Ganze hier stört mich richtig.“

Sie sagt: Die Konstruktion könne Fußgänger verletzen. „Das ist richtig gefährlich“, stimmt der stellvertretende Ortsvorsteher Bolzmacher zu. Anwohnerin Strober berichtet: „Eine Bekannte von mir ist hier letztens fast hingefallen.“

Denn am vergangenen Montag, als die HNA den Aufreger bei www.kassel-live.de veröffentlicht hat, standen die Container überhaupt nicht im Bereich der Schienen (siehe Foto unten). Anwohnerin Kullmann erzählt, dass nur wenig später ein Auto der Stadt vorgefahren sei. „Der Mitarbeiter hat dann zwei der Tonnen wieder auf den Gehweg gestellt und anschließend Fotos gemacht.“

Einen Parkplatz gewonnen

Gefragt, wieso die Stadtreiniger überhaupt auf dieses Mittel zurückgreifen, antwortet Sprecherin Knebel: „Durch die Umgestaltung des Wertstoffbehälterstandplatzes wird ein Parkplatz gewonnen.“ Denn der sei zuvor von den Containern blockiert gewesen.

Man habe nur die Parkplatzsituation im Fasanenhof verbessern wollen. Die ganze Aktion sei zudem, so Birgit Knebel, mit der Straßenverkehrsbehörde und dem Ortsbeirat abgesprochen gewesen. Bernd Bolzmacher war nicht im Bilde. Er sagt: „Das hat der Ortsvorsteher nicht mit mir abgesprochen. Das ist nicht in Ordnung.“

Doch viele Anwohner fordern nun: Der alte Zustand müsse wieder hergestellt werden. Denn ein Parkplatz falle wegen der Container so oder so weg. Auch wenn zwei von ihnen an einen neuen Standort gerückt werden.

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Von Matthias Hoffmann

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