Fasanenhofschule: Mutiger Maler schritt gegen verwirrten Mann ein

Zum Glück ging alles glimpflich aus: Bert Brechtezende, Inhaber des gleichnamigen Malerbetriebs, Claudia Petzing und Reiner Klein, von den Kollegen Oschi genannt, vor der Fasanenhofschule. Klein hatte dort am Dienstag die Sense von dem verwirrten Mann kassiert, der auf dem Schulhof.. Foto: Zgoll

Kassel. Als Reiner Klein am Dienstag mit seinen Kollegen zur Fasanenhofschule fuhr, um dort Malerarbeiten vorzubereiten, hätte er mit vielem gerechnet, aber nicht damit, einen „Sensenmann" zu treffen.

Wie berichtet, war dort am Nachmittag ein geistig verwirrter Mann mit einer großen Sense auf dem Schulhof herumgelaufen, wo auch einige Kinder spielten. Reiner Klein war es, der dem Fremden die Sense wegnahm. Sonst hätte womöglich Schlimmeres passieren können.

Der 46-Jährige arbeitet seit über 20 Jahren bei der Firma Brechtezende (Fuldabrück) als Maler und trägt bei seinen Kollegen den Spitznamen Oschi. „Jetzt ist er für uns auch der Held vom Fasanenhof“, sagt sein Chef Bert Brechtezende und lacht. Auch wenn man jetzt darüber scherzen könne - lustig sei der Vorfall keineswegs. Schließlich wisse man nicht, ob der verwirrte Mann noch mit der Sense auf jemanden losgegangen wäre. „Das war kein Spielzeug, sondern eine richtig scharfe Sense, mit der man den Rasen mäht“, sagt seine Lebensgefährtin Claudia Petzing. Sie hatte am Dienstag die Polizei gerufen, die den Mann schließlich überwältigte und in die Psychiatrie brachte. Ihr habe nach dem Erlebnis der Schrecken noch eine ganze Weile in den Gliedern gesteckt. „Bei einer Sense hat man ja gleich Horrorbilder vor Augen“, sagt die Kasselerin.

Als der „Sensenmann“ gegen 16 Uhr auf dem Schulhof auftauchte, war Rainer Klein gerade mit dem Ausmessen der Fassade beschäftigt. „Auf einmal hat da als einer gegaagd“, erzählt der Vellmarer. Als er sich umdrehte, sah er einen Mann, der einen bunten Bettbezug als Umhang trug und eine große Sense in der Hand hielt. „Excalibur“, „Ihr werdet alle sterben“ und „Euer Ende ist nah“, habe dieser den Kindern auf dem Spielplatz zugerufen und mit der Sense herumgefuchtelt.

Als der Mann, der sich anscheinend für einen Ritter hielt, seine Sense kurz an der Nestschaukel ablegte, spurtete Reiner Klein auf einen Zuruf seines Chefs los, schnappte sich das schulterhohe Gerät und brachte es in Sicherheit. „Da wurde der Typ dann erst richtig wild, weil er seine Sense wiederhaben wollte“, berichtet der Maler. Daraufhin habe man sich in das Schulgebäude zurückgezogen. Der Mann habe nämlich noch einen Beutel gehabt. „Da hatte er die Hand immer drin und man wusste ja nicht, ob er da vielleicht auch noch eine Waffe hat.“

Wenig später traf ein Streifenwagen ein. Den Beamten gelang es schießlich, den 27-Jährigen unter Kontrolle brachte.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.