Kinder vor Feuer und Rauch gerettet

Zerborstene Scheiben, schwarze Fassade: Die Spuren der Flammen

Kassel. Die Sorge steht Manuel Borkenhagen nach dem Brand in der Eckermannstraße noch ins Gesicht geschrieben. „Schauen Sie sich mal das Fenster vom Kinderzimmer an“, sagt der 27-Jährige und zeigt auf zerborstene Scheiben und die rußgeschwärzte Fassade.

Dahinter, in einer der Erdgeschosswohnungen des Mehrfamilienhauses an der Eckermannstraße im Fasanenhof, war am Samstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Im Kinderzimmer seines Neffen, berichtet Borkenhagen, der sich am Vormittag von der Brandstätte ein Bild macht.

Aktualisiert um 13.20 Uhr

Der Fünfjährige habe seine schlafende Mutter verständigt, die ihre beiden Kinder schnell vor die Haustür gebracht habe. Beim Versuch, aus der brennenden Wohnung noch das Nötigste zusammenzusuchen, habe seine ehemalige Schwägerin eine Rauchgasvergiftung erlitten. Die kleine Familie steht nun vor dem Nichts, die Wohnung ist nicht mehr bewohnbar. Unterschlupf werden sie zunächst bei Manuel Borkenhagen finden. Er ist derzeit damit beschäftigt, bei Freunden und Bekannten um Kleider- und Spielzeugspenden für seine 2 1/2 und fünf Jahre alten Neffen zu bitten. Das sei seine Pflicht als Onkel, sagt der 27-Jährige. Auch einen Aufruf auf Facebook habe er gestartet.

Hilferufe aus dem Dachgeschoss

Unklar ist indes, wann die anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses in ihre Wohnungen zurückkehren können, berichtet Uwe Kößler von der Kasseler Feuerwehr. Das Treppenhaus sei stark verrußt, auch die Elektrik habe Schaden genommen.

Fotos vom Einsatz

Wohungsbrand in der Eckermannstraße

Gegen 6.20 Uhr war die Feuerwehr am Samstagmorgen alarmiert worden. Als sie an der Eckermannstraße eintraf, schlugen die Flammen bereits meterhoch. Im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss schrien mehrere Menschen um Hilfe. Die 13 Verletzten, die zum Teil mit Hilfe einer Drehleiter gerettet worden waren, wurden vor Ort durch Notärzte versorgt und schließlich in ein Kasseler Krankenhaus gebracht. Aufgrund der großen Anzahl an Verletzten war ein Großaufgebot des Rettungsdienstes nötig: 50 Rettungskräfte waren im Einsatz, darunter ein Zug der Berufsfeuerwehr Kassel sowie je eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Harleshausen und der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsanger.

Während der Lösch- und Rettungsarbeiten kam es zu Behinderungen im Straßenverkehr: Die Eisenschmiede musste zwischen Ihringshäuser Straße und Fiedlerstraße, die Eckermannstraße zwischen Eisenschmiede und Goldbergstraße gesperrt werden.

Zur Brandursache wollen sich Polizei und Feuerwehr zunächst nicht äußern. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Den Schaden am Wohnhaus beziffern sie auf etwa 120.000 Euro.

Von Anja Berens 

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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