Sammelstelle für Grundschulkinder

In Kassel gibt es jetzt einen Laufenden Schulbus statt Eltern-Taxis

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Machen sich gemeinsam auf den Weg zur Schule, die 700 Meter entfernt liegt: Die liebevoll gestaltete Haltestelle an der Fontanestraße/Eckermannstraße kommt bei Lenja, Kacper, Maya, Quang Bao und den anderen Fasanenhofschülern gut an.

Kassel. Bitte mitlaufen, lautet die Devise: Ab sofort legt auch in Kassel ein sogenannter „Laufender Schulbus“ ab. Er soll unter anderem gefährliche Situationen durch Eltern-Taxis verhindern.

Dieses vom Sportinstitut der Uni Heidelberg entwickelte Konzept bedeutet nichts anderes, als dass eine Gruppe von Kindern den Weg zur Grundschule gemeinsam bewältigt. Hierfür ist jetzt im Stadtteil Fasanenhof die erste Haltestelle eingerichtet worden. Dort treffen sich die Kinder.

Die Vorteile der Idee: Kinder gehen wieder zu Fuß zur Schule und bewegen sich mehr. So kann dem starken Rückgang an körperlichen Aktivitäten von Kindern entgegengewirkt werden, erläutert Gabriele Steinbach, die Leiterin des städtischen Schulverwaltungsamts. Nach Studien der WHO erreicht nur noch die Hälfte der Kinder in westlichen Industrienationen die empfohlenen Bewegungszeiten. Die Folge: Zwischen 15 und 20 Prozent sind übergewichtig und sogar fettleibig.

Bei der Idee „Laufender Schulbus“ kommt hinzu, dass die Kinder in der Gruppe geschützt sind und keine Angst haben müssen. Ein wichtiger Aspekt ist das Eindämmen des „Bring-Hol-Verkehrs“ der Eltern: Er stört nicht selten die Anwohner und gefährdet die Kinder. 

Weniger Eltern-Taxi-Verkehr bedeutet auch weniger Co2-Ausstoß. „Die Kinder lernen in der Praxis, wie man sich im Straßenverkehr verhält“, sagt der Schulleiter der Fasanenhofschule, Farschid Ferdowsi. Weniger Autos von Eltern vor der Schule bedeutete mehr Verkehrssicherheit. Der Wunsch nach der Haltestelle war aus der Fasanenhofschule gekommen und als Beteiligungsprojekt realisiert worden. 

Unterstützt wurde es unter anderem von der GWH Wohnungsbaugesellschaft, die das Grundstück für die Sammelstelle zur Verfügung gestellt und 2500 Euro beigesteuert hatte. Inzwischen gibt es in vielen deutschen Städten „Laufende Schulbusse“.

Gabriele Steinbach: „Ich wünsche mir in Kassel noch viel mehr Laufende Schulbusse.“ 

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