Gelände der Seniorenwohnanlage

Kasseler Stadtteil Fasanenhof: Plänen für 90 Wohnungen droht das Aus

So soll es werden: Auf dem Gelände der Seniorenwohnanlagen (SWA) im Stadtteil Fasanenhof sollen für 22 Millionen Euro sechs neue Gebäude mit 45 Mietwohnungen und 18 Eigentumswohnungen für ältere Menschen sowie 27 Mietwohnungen für Familien mit Kindern entstehen. Die Computergrafik zeigt den Blick aus dem vierten Stock der Heinrich-Constantin-Seniorenresidenz. Computergrafik: Topos (nh)

Kassel. Obwohl es für die Neubaupläne auf dem Gelände der Seniorenwohnanlage im Fasanenhof große Zustimmung gibt, droht das Vorhaben nun zu scheitern.

Der geplante Neubau von Wohnungen auf dem Gelände der Seniorenwohnanlagen (SWA) im Stadtteil Fasanenhof findet breite Zustimmung. Die Ortsbeiräte Fasanenhof und Wolfsanger sprachen sich in einer gemeinsamen Sitzung für das Vorhaben aus, das auch vom Seniorenbeirat der Stadt Kassel unterstützt wird. Noch fehlt aber die Zustimmung der Miteigentümer des vorgesehenen Baugrundstücks. Aus den Reihen der Wohnungseigentümer der Heinrich-Constantin-Residenz gibt es Kritik.

Weil alle 39 Eigentümer im Grundbuch eingetragen sind, müssen alle dem geplanten Verkauf des Grundstücksteils mit dem früheren Pflegeheim an die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel zustimmen. „Das ist derzeit nicht vorstellbar“, sagt Wolfgang Walther vom Eigentümerbeirat der Constantin-Seniorenresidenz: „Einige werden nicht zustimmen.“

Als Gründe nannte Walther den „massiven Leistungsabbau“ für die Mieter der Constantin-Residenz, der für große Verärgerung sorge. Von der SWA und dem Konzern Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) würden „von oben herab nach Gutsherrenart vollendete Tatsachen geschaffen“ – zulasten der alten und pflegebedürftigen Menschen in der Residenz. Dies sei ein „sozialpolitisches Desaster“, kritisiert Walther.

Jutta Bachmann

Um das Wohnungsbauvorhaben zu retten, wollen die Ortsbeiräte vermitteln. „Das Konzept gefällt uns sehr gut“, sagt Fasanenhofs Ortsvorsteherin Jutta Bachmann (SPD). Jetzt müssten SWA und GNH mit den Eigentümern einen weiteren Einigungsversuch unternehmen. Es müssten Zugeständnisse der SWA her, „auch wenn das was kostet“, fordert Wolfsangers Ortsvorsteher Helmuth Brehm (SPD). Der Wohnungsneubau „wäre ein Lottogewinn für Wolfsanger“, viele Bürger hätten Interesse daran. Und: „So eine Ruine wie das Campus-Gelände brauchen wir kein zweites Mal“, zeigt Brehm die möglichen Folgen eines Scheiterns des Neubauvorhabens auf.

Auch aus der Sicht des potenziellen Investors GWG wäre es „eine kleinen Katastrophe“, wenn auf dem Gelände des geschlossenen Altersheims alles so bleibe, wie es ist, erklärte GWG-Chef Peter Ley.

Er und Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) bekräftigen das große Interesse an dem Wohnungsneubau. „Ich glaube, das wird eine gute Sache“, sagt SPD-Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter Wolfgang Decker aus Wolfsanger: „Es wäre ein Jammer, wenn das Projekt scheitern würde.“

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