Es bleibt alles beim Alten

Institution im Fasanenhof: Nachfolger für Bachmanns Lädchen in Kassel gefunden

Sie verabschieden sich: Von links Jutta, Julia und Harald Bachmann. Auch Tochter Julia hat seit 2011 im Lädchen an der Ihringshäuser Straße 77 mitgearbeitet und orientiert sich beruflich nun anders.
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Sie verabschieden sich: Von links Jutta, Julia und Harald Bachmann. Auch Tochter Julia hat seit 2011 im Lädchen an der Ihringshäuser Straße 77 mitgearbeitet und orientiert sich beruflich nun anders.

Im Kasseler Stadtteil Fasanenhof gibt es ein Geschäft, das jeder kennt: Bachmanns Lädchen. Nun haben die Bachmanns würdige Nachfolger gefunden. 

  • Ein Stück Fasanenhof: Bachmanns Lädchen hat neue Inhaber
  • Straßenfeste sollen beibehalten werden
  • Auch sonst keine großen Veränderungen zu erwarten

Nach 35 Jahren geben Jutta und Harald Bachmann ihr Tabak- und Schreibwarengeschäft mit Lotto-Annahmestelle und Postagentur an der Ihringshäuser Straße in die Hände neuer Betreiber.

Eine Institution im Kasseler Stadtteil Fasanenhof

Der letzte Arbeitstag von Jutta und Harald Bachmann in ihrem Lädchen an der Ihringshäuser Straße 77 wurde zur spontanen Party: Viele Stammkunden kamen am Freitag vorbei, um kleine Geschenke zu bringen und den langjährigen Betreibern alles Gute für den Ruhestand zu wünschen.

In 35 Jahren haben sie das kleine Tabak- und Schreibwarengeschäft mit Lotto-Annahmestelle und Postagentur zur Institution in Fasanenhof gemacht – nicht nur für tägliche Besorgungen und Schwätzchen.

Wenn Bachmanns alljährlich zum Sommer-Straßenfest oder zur liebevoll ausgerichteten Nikolausfeier einluden, standen regelmäßig hunderte Stadtteilbewohner auf der Matte.

Würdige Nachfolger für „Bachmanns Lädchen“  in Kassel gefunden

Die gute Nachricht für sie: All das soll im Großen und Ganzen so bleiben. Denn mit Bianca und Yadigar Çoban haben sich für das Lädchen rechtzeitig neue Betreiber gefunden, wie sie passender nicht sein könnten:

Das Paar kommt aus dem Stadtteil, Bianca Çoban hat dort in einem Supermarkt gearbeitet, ihr Mann Yadigar ist – wie früher auch Harald Bachmann – im Fahrdienst bei der KVG beschäftigt.

Nach einer kurzen Übergabe-Pause werden sie das Geschäft ab dem 2. Januar leiten und auch die langjährige Mitarbeiterin Elke Helger übernehmen.

Keine großen Veränderungen geplant

Sogar der Name „Bachmanns Lädchen“ soll bleiben – dafür haben sie sich die Zustimmung der Vorbetreiber eingeholt. „Das ist einfach ein Stück Fasanenhof“, sagt Bianca Çoban, die schon seit ein paar Wochen zum Anlernen mitgearbeitet hat.

Die neuen Betreiber: Yadigar und Bianca Çoban sind ab dem 2. Januar für ihre Kunden da.

Die neuen Verträge mit Lotto und Post seien auch schon unter Dach und Fach. Einzige Änderung dabei: Im Lädchen werden künftig keine Geschäfte der Postbank mehr abgewickelt. Den Kunden hat Harald Bachmann seit einiger Zeit Alternativen dafür aufgezeigt.

Straßenfeste im Kasseler Fasanenhof gehen weiter

Als Ratgeber und Helfer will der 67-Jährige ohnehin weiter ansprechbar bleiben, Bachmanns wohnen nur ein paar Türen weiter. Und laut Jutta Bachmann sollen auch die legendären Straßenfeste weitergehen – „wir haben ja alles dafür da“, sagt ihr Mann.

Die Rede ist da insgesamt von einem Bierschiffchen, Grill, Fritteuse sowie 25 Bierzeltgarnituren – so viel zur Strahlkraft des Lädchens für das umliegende Stadtquartier.

35 Jahre „Bachmanns Lädchen“

Viel hat sich entwickelt, seit die Bachmanns 1985 mit ihrem Lädchen gestartet sind. Es sollte ein nebenberufliches Standbein werden und ergab sich, als unter der Wohnung des Ehepaars an der Mörikestraße ein kleiner Laden frei wurde.

Mit Lotto und einer Bestell-Agentur des Versandhauses Quelle fing alles an. Aber die Lage in der Seitenstraße stellte sich als nicht so günstig heraus.

1997 ergriffen Bachmanns die Gelegenheit, in den heutigen Laden an der Ihringshäuser Straße umzuziehen. Ein Jahr später kam die Postagentur hinzu.

Abenteuer Leben: Hochs und Tiefs der Bachmanns in Kassel

Und mit der Zeit wurde die Ladengründungs-Idee immer mehr zum großen Abenteuer, im Schönen wie im Dramatischen. Vier Einbrüche und zwei Raubüberfälle hatten die Bachmanns zu überstehen, ließen sich nicht unterkriegen, manche Täter machten Harald Bachmann und sein Sohn Jan gar persönlich dingfest.

Das Geld vor dem Euro: Aufregend sei auch 2002 die Euro-Umstellung gewesen, erinnert sich der 67-Jährige. Da seien im Lädchen große Mengen Bargeld in schlichten Pappkartons umgeschlagen worden.

Die schönen Erinnerungen aber überwiegen für Jutta und Harald Bachmann: Die Freude vieler Kunden, denen sie kleinere Lotto-Gewinnsummen auszahlen konnten oder die eigene Freude über manches Pfund Kaffee, mit dem sich nette Lädchen-Besucher bedankten, Und nun kommt die Freude darüber hinzu, dass Nachfolger ihr legendäres Lädchen weiterführen.

So bezaubert die Kleingarten-Stadt am Fasanenhof:

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