Größe der neuen Behälter sorgt für Kritik

Viele Kasseler klagen: Kein Platz für Gelbe Tonnen

31 Tonnen auf 100 Metern: Im Stadtteil Fasanenhof gibt es mehrere Reihenhaussiedlungen, die seit dieser Woche mit Gelben Tonnen bestückt sind. Im Bild sind die Häuser an der Gellertstraße zu sehen.
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31 Tonnen auf 100 Metern: Im Stadtteil Fasanenhof gibt es mehrere Reihenhaussiedlungen, die seit dieser Woche mit Gelben Tonnen bestückt sind. Im Bild sind die Häuser an der Gellertstraße zu sehen.

Eins will Lothar Oesterreich gleich klarstellen: „Ich bin kein Tonnen-Verweigerer“, sagt der Mann aus dem Stadtteil Fasanenhof. Aber die schiere Größe der 240-Liter-Tonne, die ihm am Donnerstag von den Stadtreinigern vor sein Reihenhaus an der Brentanostraße gestellt wurde, irritiert ihn schon. Damit ist er nicht alleine.

Fasanenhof - Weil Oesterreich für die neue Gelbe Tonne keinen Platz in seinem Mini-Vorgarten hat, versperrt sie nun den Gehweg. Wie die HNA berichtete, verteilen die Stadtreiniger in den nächsten Wochen an 50 000 Kasseler Haushalte die neuen Tonnen, die den Gelben Sack ersetzen.

Oesterreich lebt mit seiner Frau in dem nur gut vier Meter breitem Haus, das mit etwa zehn weiteren in einer Reihe steht. „Hier und auch in anderen Stadtteilen gibt es viele solcher schmaler Reihenhäuser. Da ist für die Tonnen einfach kein Platz“, sagt Oesterreich. Und wer wolle sich schon „so ein Ding“ in den Vorgarten stellen – die in seinem Viertel oft nur handtuchgroß sind.

Seine Tonne steht auf dem Gehweg: Lothar Oesterreich hat keinen Platz für den Behälter.

Ganz abgesehen davon produzierten er und seine Frau nur wenig Plastikmüll. „Ein Gelber Sack hat uns für zwei Wochen gereicht“, sagt der Anwohner. Wobei er sich die Säcke nicht zurückwünscht: „Die sind doch oft aufgerissen und dann ist der Müll hier durch das Wohnviertel geflogen. Die Tonnen sind schon besser, aber es müssten einfach kleinere geben.“ In die Nische vor dem Haus, die sich Oesterreich für den Restmüll und die Biotonne gemauert hat, passt die 240-Liter-Tonne jedenfalls nicht.

Oesterreichs Nachbarin Astrid Putz sieht die Sache ganz ähnlich: „Ich finde es eine Frechheit, uns einfach ungefragt so eine Tonne hinzustellen.“ Auch sie wohne nur mit einer weiteren Person zusammen und benötige nicht so einen großen Behälter.

Vom Angebot der Stadtreiniger, dass sich auch zwei oder mehr Nachbarn eine Tonne teilen können, haben Oesterreich und Putz schon gehört. „Das ist ja schön und gut, aber einer hat dann das Übel vor seiner Tür stehen“, sagt Putz. Sie verstehe einfach nicht, warum nicht einfach kleinere Tonnengrößen angeboten werden. „Das ist doch eine Aufforderung, mehr Müll zu produzieren“, findet die Frau.

Auch aus anderen Stadtteilen erreichten die HNA Anfragen und Beschwerden über die als zu groß empfundenen Tonnen. Unverständnis wurde auch darüber geäußert, dass bei einer Abbestellung der kostenlosen Tonne, diese erst ab Ende Januar wieder abgeholt werden kann.

„Wir würden gerne kleinere Tonnen anbieten. Aber die Dualen Systeme, in deren Auftrag wir den Verpackungsmüll einsammeln, sehen als kleinste Größe den 240-Liter-Behälter vor. Dies war Bestandteil der Ausschreibung“, sagt Birgit Knebel, Sprecherin der Stadtreiniger. Um die Verteilung an 50 000 Haushalte zeitnah erledigen zu können, seien erst mal alle Grundstücke bestückt worden.

Wer die Tonne nicht haben wolle oder sich eine Tonne mit dem Nachbarn teile, wende sich am Besten per E-Mail an die Kasseler Stadtreiniger (info@stadtreiniger.de). Eine Abholung sei aber frühestens Ende Januar möglich, wenn die Verteilung der Gelben Tonnen in allen Stadtteilen abgeschlossen sei, so die Stadtreiniger-Sprecherin. (Bastian Ludwig)

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