Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordverdacht

Nach Tötungsdelikt: Polizei stellt Schrotflinte und Faustfeuerwaffe sicher

Kassel. Ein Streit unter Nachbarn endete am Mittwoch tödlich. Der Tatverdächtige sitzt mittlerweile in der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden in Untersuchungshaft - wegen Mordverdachts.

Der 68-Jährige wird verdächtigt, einen 47-Jährigen, der in der Wohnung über ihm lebte, erschossen zu haben. 

Nach dem Tod eines 47-jährigen Mannes in einem Vier-Familienhaus an der Ihringshäuser Straße hat die Polizei zwei Waffen, eine Schrotflinte sowie eine Faustfeuerwaffe (Revolver oder Pistole), sichergestellt. Beide kämen als Tatwaffen in Betracht, teilten Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied und Polizeisprecher Matthias Mänz in einer Presseerklärung mit.

Aktualisiert um 17.55 Uhr

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Ermittlungen wurden die Schüsse auf das Ehepaar am späten Mittwochnachmittag aus zwei unterschiedlichen Waffen abgegeben. Die 30-jährige Frau, die schwere Verletzungen an Armen und Beinen erlitt, schwebe nicht in Lebensgefahr, werde aber weiterhin im Krankenhaus behandelt.

Der 68-jährige Bewohner des Hauses, der dringend verdächtigt wird, im Treppenhaus auf den 47-Jährigen und dessen Frau geschossen zu haben, sei nicht im Besitz einer waffenrechtlichen Erlaubnis gewesen. Über die Herkunft der Waffen gibt es bislang keine Angaben.

Der tödlichen Auseinandersetzung gegen kurz vor 17 Uhr war wohl ein Streit zwischen den Nachbarn vorausgegangen. Vor der Tat soll es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem Getöteten gekommen sein, so die Staatsanwaltschaft.

Eine 70-jährige Frau, die ebenfalls in dem Haus lebt, schilderte am Donnerstagmorgen gegenüber der HNA, dass der 47-Jährige zunächst den späteren Schützen angegriffen und auf den Boden im Flur des Hauses geworfen haben soll. Dort hätten sich die Männer geschlagen, sagte die Zeugin, die daraufhin das Haus nach eigenen Angaben verlassen hatte.

Am Donnerstagnachmittag ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes sowie gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Ein Obduktionsergebnis liegt noch nicht vor.

Mehrere Anwohner der Ihringshäuser Straße schauten am frühen Mittwochabend aus den Fenstern oder auf den Bürgersteigen der Polizei bei der Arbeit zu. Ein Paar, das im Haus neben wohnt, sagte, dass dort die Mieter oft wechselten. „Das ist ein Kommen und Gehen.“ Von einem Streit zwischen verschiedenen Mietparteien hätten sie nichts mitbekommen.

Eine 45-jährige Anwohnerin der Ihringshäuser Straße erklärte, dass es zu solchen gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Gegend sonst nicht komme. „Eigentlich ist es hier ziemlich ruhig und friedlich“, sagte die Frau. Von den Verkehrsunfällen mal abgesehen.

Mann schießt auf Nachbarn im Stadtteil Fasanenhof

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.