Spenden sind erwünscht

Nach Brand im Fasanenhof: Hausrat völlig zerstört

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Inventar wurde zerstört: Der Brand in dem Mehrfamilienhaus brach am frühen Sonntagmorgen aus.

Kassel. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses im Kasseler Stadtteil Fasanenhof haben bei dem Feuer am Sonntagmorgen alles verloren.

Ihr Neffe sei ein liebevoller und herzlicher Mensch gewesen, sagt Iris Bock aus Gudensberg. „Er hat sich über jede Kleinigkeit gefreut.“ Der 28-jährige Daniel, der körperlich und geistig behindert gewesen ist, starb am frühen Sonntagmorgen bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus in der Hauffstraße (Fasanenhof). Der junge Mann, der die Woche über in einer Einrichtung in Wolfhagen lebte, hatte das Wochenende – wie immer – in der Wohnung seiner Eltern im ersten Obergeschoss des Mietshauses verbracht.

Von der Einrichtung in der Wohnung ihres Bruders Andreas und ihrer Schwägerin Anna, den Eltern von Daniel, sei nichts Brauchbares mehr übrig, berichtet Iris Bock. „Meine Schwägerin hat nur noch eine Cremedose gefunden, die Daniel gehört hat.“

Auch die Möbel in der Wohnung der Tochter ihrer Schwägerin, die im Erdgeschoss mit zwei Kindern lebte, seien durch das Feuer und die Löscharbeiten zerstört. Ebenso das Inventar in der Dachgeschosswohnung. Dort hat bis Sonntag eine gute Freundin der Schwägerin gelebt. Mittlerweile seien alle acht Bewohner des Hauses bei Freunden und Bekannten untergekommen. Das sei aber keine dauerhafte Lösung, sagt Bock. Sie hofft, dass alle drei Parteien so schnell wie möglich eine neue Wohnung zum Mieten finden.

Alles ist zerstört: Das Feuer brach am Sonntagmorgen im Wohnzimmer der Wohnung von Andreas und Anna R. im ersten Geschoss aus. Der 28-jährige Sohn des Paares starb an den Folgen einer Rauchgasvergiftung.

Durch den Tod des Sohnes und den Brand seien ihr Bruder und dessen Frau traumatisiert, sagt Bock. „Meine Schwägerin hat plötzlich unheimlich Verlustängste.“ Von daher sei es wichtig, dass sie und ihre Tochter mit den Kindern Wohnungen in einem Haus oder in der Nachbarschaft finden würden.

Damit die Kinder nach dem Feuer jetzt nicht auch noch die Schule beziehungsweise Kita wechseln müssten, wäre es am besten, die neuen Wohnungen im Fasanenhof, an der Weserspitze oder in Ihringshausen liegen würden.

Iris Bock ist sehr dankbar dafür, dass viele Freunde und Kollegen ihres Bruders, aber auch Geschäftsleute nach dem Brand sofort mit Sachspenden geholfen haben.

Da aber der gesamte Hausrat der drei Parteien zerstört worden sei, hofft sie, dass weitere Menschen, die Möbel, Geschirr und Kleidung abgeben können, sich melden. Ihr Bruder habe zwar eine Hausratversicherung, die anderen Parteien im Haus, die nicht über viele finanzielle Mittel verfügten, allerdings nicht.

Nachdem ihr Bruder Andreas am Sonntagmorgen die Flammen in seiner Wohnung gesehen hatte, habe er die Wahl gehabt, zu ersticken, verbrennen oder aus dem Fenster zu springen. Er habe sich für Letzteres entschieden und sei dabei am Fuß verletzt worden. Seine Frau habe schwere Verbrennungen an beiden Füßen davongetragen. Über den Verlust des Sohnes hätten beide diese körperlichen Schmerzen zunächst aber gar nicht gespürt, sagt Iris Bock. Wie es zu dem Brand kommen und warum ihr Sohn Daniel sterben musste, diese Gedanken beschäftigten die beiden jetzt rund um die Uhr.

Wer etwas spenden möchte, kann sich unter Tel. 0173/26 41 403 (Strempel) melden.

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