40 Kilometer seit 2005

Wasserhilfe für Kenia: Helmut Hartmann legt mit privater Initiative Leitungen

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Leitungen für Dörfer im Kimuka-Gebiet: Helmut Hartmann hat die Wasserhilfe Kenia ins Leben gerufen. Jährlich fliegt er nach Afrika, um bei den Arbeiten zu helfen und Material einzukaufen. Von dort bringt er Figuren und Schmuck mit, die er zur Finanzierung des Projekts verkauft.

Kassel. Nicht überall auf der Welt fließt das Wasser einfach aus der Leitung. In Kenia beispielsweise müssen vor allem Frauen und Kinder oft kilometerweit laufen, um schwere Wasserkanister nach Hause zu tragen. Damit sich das ändert, hat Helmut Hartmann aus Kassel die Initiative „Wasserhilfe Kenia“ gegründet. 

2003 lernte Hartmann in Großalmerode einen Massai kennen. Bei einem Besuch in dessen Heimat, dem Buschland des Kimuka-Gebietes nahe der Hauptstadt Nairobi (siehe Karte), sah Hartmann die für ihn bedrückende Trinkwassersituation. „Die Menschen holen sich Wasser aus Tümpeln, in denen der Dreck der Tiere herumschwimmt“, berichtet er. „No money for the waterpipe“ („Kein Geld für Wasserleitungen"), habe es geheißen. Er beschloss zu helfen und gründete seine Wasserhilfe Kenia.

Hartmann, der im Kasseler Stadtteil Fasanenhof lebt, sammelte Spenden bei Freunden und in seiner Kirchengemeinde. 2005 buddelt er gemeinsam mit einheimischen Arbeitern Gräben in den trockenen Boden für die ersten drei Kilometer Wasserleitung. Seither fliegt Helmut Hartmann jedes Jahr auf eigene Kosten nach Kenia. Mittlerweile hat er über 40 Kilometer Wasserleitung verlegt, 26 Kraals – kenianische Siedlungen –an das Wassernetz angeschlossen und 36 Wassertanks aufgestellt. Zudem übernimmt er die Anschlussgebühren. 

„Ohne Hilfe könnten sich das die meisten Leute überhaupt nicht leisten“, sagt der 69-Jährige. Um die Wasserhilfe zu finanzieren, bringt Hartmann auch Schmuck, Schals oder Figuren aus Kenia mit und verkauft sie hier. Der Erlös fließt zurück in das Projekt. 

Weite Wege: Vor allem Frauen müssen in Kenia oft schwere Wasserkanister kilometerweit nach Hause tragen.

„Ich bin Christ, das ist für mich praktizierte Nächstenliebe“, erklärt Hartmann, der gebürtig aus Sachsenhausen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) kommt. „Es ist eine Freude zu sehen, wie mit kleinen Mitteln Freude erzeugt wird.“ Deshalb engagiert er sich nicht nur für die Wasserversorgung in Kenia, sondern bringt den Menschen dort als begeisterter Marathonläufer auch gebrauchte und gereinigte Laufschuhe mit, die ihm ein Kasseler Sportgeschäft spendet. 

In diesem Jahr wurde Helmut Hartmann erstmals von seiner Lebensgefährtin Rita Gundrum-Süße nach Kenia begleitet. „Helmut würde es nie sagen, aber er ist dort hoch angesehen“, sagt sie. Mit ihrer Unterstützung will der gelernte Industriekaufmann sein Engagement ausweiten und sich zusätzlich um die Versorgung eines Waisenhauses kümmern und Schulpatenschaften ins Leben rufen. Dafür soll bald ein Verein gegründet werden. Als Rentner hat Hartmann nun viel Zeit, sich seinen Projekten zu widmen –„ und die innere Einstellung“, ergänzt seine Lebensgefährtin. 

Spendenkonto „Wasserhilfe Kenia“: Helmut Hartmann, Kimuka Community, Kasseler Bank, IBAN: DE89 5209 0000 0111 3366 01, BIC: GENODE51KS1

Hier liegt das Kimuka-Gebiet

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