Fassade und Dach des Antroposophischen Zentrums werden bis September saniert

Frischekur für einen „Leuchtturm“

+
Das Anthroposophische Zentrum erhält eine Verjüngungskur: Uwe Niebrügge (Architekturbüro Müller), Johannes Wolter (Rudolf Steiner Institut), Dr. Gerhard Dittrich, Geschäftsführer des Anthroposophischen Zentrums, Michael Hayn und Dr. Rainer Werthmann (beide Vorstand Anthroposophisches Zentrum e. V.) freuen sich, dass die Fassadenarbeiten im Zeitplan und Kostenrahmen liegen. 

Kassel. Kein Neubau hat in den vergangenen 30 Jahren das Gesicht des Stadtteils Wilhelmshöhe so markant verändert wie das Anthroposophische Zentrum.

Das „AZ“ mit seiner asymmetrisch gezackten Fassade und den charakteristischen schmalen, hohen Fenstern ist seit seiner Einweihung 1992 nicht nur in architektonischer Hinsicht zu einem heimlichen Wahrzeichen an der Wilhelmshöher geworden. Das „AZ“ ist auch eine einzigartige weltoffene Plattform für den Diskurs und die Begegnung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Ein Ort, wo Kultur, Bildung, Tagungsbetrieb, Dienstleistungen und Handel harmonisch unter einem Dach zu Hause sind. Ein Haus, das den positiven Geist des großen Anthroposophen und Begründers der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, atmet.

Dennoch ist es nur ein Zufall, dass dieser „Leuchtturm“, der vom Anthroposophischen Zentrum e. V., dem Rudolf Steiner Institut und der Anthroposophischen Gesellschaft getragen wird, gerade in dem Jahr, wo sich die Eröffnung der ersten Waldorfschule zum 100. Mal jährt, bis September einer Frischekur unterzogen wird.

Gut 27 Jahre nach seiner Errichtung haben Wind und Wetter an der Fassade des 60 Meter langen und 29 Meter hohen Gebäudes ihre Spuren hinterlassen. Das dezente Blau der Fassade ist kaum noch zu erahnen. Außerdem muss der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht und einige Fenster müssen ausgetauscht werden. Das Dach mit seiner komplexen Form erhält eine neue Abdichtung.

Download

PDF der Sonderseite Antroposophisches Zentrum

„Wir wollen das Gebäude für die nächsten 30 Jahre zukunftsfest machen und gleichzeitig mit einem neuen Farbkonzept die große Vielfalt, die das Anthroposophische Zentrum bietet, noch stärker nach außen akzentuieren“, erklärt der Architekt, Dipl.-Ing. Claus-Peter Müller. Dazu gehört beispielsweise der Kontrast von Rot und Blau, der sich in den Räumen fortsetzt und für Kälte und Wärme steht, erläutert Dr. Gerhard Dittrich, Geschäftsführung des AZ.

Bei allen Arbeiten legt Architekt Müller großen Wert auf den Einsatz nachhaltiger und umweltverträglicher Materialien. „Wir verwenden lichtbeständigere Farben als sie beim Bau des Hauses eingesetzt wurden“, erläutert Müllers Mitarbeiter, Diplom-Ingenieur Uwe Niebrügge. „Unser Ziel ist es, die riesige Fassadenfläche so zu gliedern, dass sie das Gebäude weniger kompakt erscheinen lässt. Die Fensterlaibungen werden deshalb einen lachsroten Ton erhalten“, erklärt Johannes Wolter, Mitglied des Baukreises und Vorstand im Rudolf Steiner Institut.

Michael Hayn und Dr. Rainer Werthmann, beide vom Vorstand des Vereins Anthroposophisches Zentrum, sind stolz darauf, dass die Träger die hohe Investition von 800 000 Euro aus eigener Kraft – aus den laufenden Einnahmen und Spenden – stemmen können. Derzeit fehlen noch 52 000 Euro. Doch der Vorstand ist optimistisch, dass Sponsoren diese Lücke noch schließen werden.

Der gelungene Kraftakt ist auch ein Beleg dafür, dass das „AZ“ in 27 Jahren Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Der Saal und die 14 Nebenräume sind fast ständig belegt. Das „AZ“ beherbergt auf einer Etage die Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz, die Fachschule für Sozialwesen (mit Ausbildungen zum Erzieher und Heilpädagogen) des Rudolf Steiner Instituts. Regelmäßig lassen sich circa 200 junge Leute aus dem In- und Ausland dort ausbilden. Das Anthroposophische Zentrum ist außerdem längst zu einer bundesweit beliebten Adresse für unterschiedliche Fachtagungen und Konferenzen geworden.

Dabei kommt dem „AZ“, die unmittelbare Nähe zum Fernbahnhof Wilhelmshöhe zugute und die Lage Kassels in der Mitte von Deutschland. Der 600 Personen fassende Saal im Obergeschoss bietet nicht nur genügend Platz für größere Tagungen. Auch Konzerte und andere Kulturveranstaltungen finden hier statt. Kulturinitiativen sind jederzeit willkommen.

Von Beginn an hatten die Erbauer des Anthroposophischen Zentrums die Idee, dass sich Wirtschaft, Kultur und Bildung in diesem Haus gegenseitig befruchten können und für gesellschaftliche Vielfalt sorgen. Dieses Konzept ist aufgegangen: Die Mieteinnahmen, die das „AZ“ von den Inhabern der Ladengeschäfte im Erdgeschoss erhält, helfen, das kulturelle Leben im Haus zu unterstützten. „Wir praktizieren hier ein wünschenswertes gesamtgesellschaftliches Modell im kleinen und wollen Impulse nach außen geben“, sagt Johannes Wolter.  pdi

" Spendenkonto: DE98 5205 0353 0000 0658 83 (Der Verein Anthroposophische Zentrum Kassel e. V. ist gemeinnützig und zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen berechtigt.)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.