Fast 2000 Euro pro Meter

Stadt verteidigt Kosten für Radweg zwischen Orangerie und Rondell

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Vor Ort: Uwe Bischoff vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt erläutert auf dem bisherigen Steg am Rondell die hohen Kosten für den bevorstehenden Neubau, der mit 2,50 Meter breiter werden soll.

Kassel. Am Fuldaufer zwischen Orangerie und Rondell wird derzeit für etwa eine Million Euro der Rad- und Fußweg erneuert. Dass die Investition für die gut 500 Meter lange Strecke derart hoch ist, erklärt die Stadt mit den schwierigen Baubedingungen im Uferbereich.

Nun erläuterte Uwe Bischoff vom Straßenverkehrsamt im Detail, warum dieser Rad- und Fußweg fast 2000 Euro pro Meter kostet. Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) kostet ein Meter Radweg in Stadtlage im Schnitt 135 Euro.

Der neue Weg, der Teil des Fernradwegs R 1 ist, entsteht in zwei Bauabschnitten. Der erste läuft bereits und die Arbeiten sollen im Mai - rechtzeitig vor dem Hessentag - abgeschlossen werden. Der erste Bauabschnitt teilt sich auf zwei Teilstücke auf. Das mit 300 Meter längste Stück liegt zwischen Orangerie und Drahtbrücke. In diesem Bereich sollen Rad- und Fußweg getrennt geführt werden. Auf insgesamt 5,50 Meter Breite entsteht ein geteerter Radweg und ein gepflasterter Fußweg. „Hier sind die Arbeiten im Uferbereich noch relativ unkompliziert, da wir mit schweren Baumaschinen noch gut an die Baustelle herankommen“, sagt Bischoff. Die Kosten belaufen sich dennoch auf 270.000 Euro, das sind 900 Euro pro Meter.

Ebenfalls bis zum Mai soll der Steg erneuert werden, der rund um das Rondell führt. „Dieser Abschnitt wird am teuersten“, sagt Bischoff. Dies liege zum einen daran, dass der Bau nur vom Wasser aus möglich sei. „Sie kommen dort mit Baugerät sonst nicht ran.“

Zudem sei der Grund der Fulda rund um das Rondell vergangene Woche auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht worden. Dies sei nötig gewesen, da der neue Steg mit 2,50 Meter breiter werden solle als der bisherige, der nur 1,70 Meter breit ist. Dies erkläre die Kosten von insgesamt 350.000 Euro.

Der bisherige Steg sei zu schmal, sagt Bischoff. So sei es zwischen Fußgängern und Radfahrern immer wieder zu gefährlichen Begegnungen in der Kurve gekommen. Das über 200 Meter lange Verbindungsstück zwischen Drahtbrücke und Rondell soll im Herbst, vielleicht auch erst im Frühjahr 2014 erneuert werden. Denn die Bauarbeiten für den 2,50 Meter breiten Rad- und Fußweg sollen nicht mit dem Mitte Juli beginnenden Musikfest im Kulturzelt zusammenfallen, dessen Außenbereich sich über diese Flächen erstreckt.

Die Kosten von 250.000 Euro erklärt Bischoff unter anderem mit dem Abriss und Neubau der Brücke über die Kleine Fulda. Um mit dem Baugerät über den Fuldaarm gelangen zu können, müsse zuvor zudem eine Hilfsbrücke errichtet werden.

Zu den Kosten kommen 80.000 Euro für neue Laternen an der Gesamtstrecke sowie Kosten für Ingenieurleistungen. Weil Kassel den Hessentag ausrichtet, übernimmt das Land mit 525.000 Euro die Hälfte der Baukosten.

Von Bastian Ludwig

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