Tiere wie Känguru Karlchen werden immer beliebter – Spitzenreiter Schildkröte

Fast 2000 Exoten in Kassel

Fliegen, kraxeln, kriechen: Die beliebtesten Exoten in Kassel sind (von links) der Graupapagei, das Jemen-Chamäleon und die griechische Landschildkröte. Fotos:  dpa

Kassel. Hund, Katze, ... Känguru. Die üblichen Haustiere in Kassels Haushalten geraten immer mehr aus der Mode. Aktuellstes Beispiel ist das wieder eingefangene Wallaby-Känguru Karlchen in Metze.

Doch der eigentlich in Australien beheimatete Ausreißer ist nur die Spitze des exotischen Eisbergs.

Genau 1089 exotische Tiere werden in Kassel von Privatpersonen gehalten, hinzu kommen 810 bei Züchtern. Insgesamt 16 200 artgeschützte Tiere (nur Wirbeltiere) sind beim Regierungspräsidium (RP) in Kassel, das für ganz Nordhessen zuständig ist, gemeldet (2012 waren es 15 000). Davon entfallen 9000 Tiere auf die Halter und etwa 6500 auf Züchter. Der Rest verteilt sich auf Zoos und Gewerbe.

Bei den Haltern teilen sich die Tiergruppen auf in 58 Prozent Reptilien, 25 Prozent Papageien, 8 Prozent andere Vögel, 5 Prozent Amphibien und 4 Prozent Säugetiere.

Reinhard Rust vom RP Kassel ist zuständig für exotische Wildtiere und weiß um die besonderen Haltungsbedingungen für die verschiedenen Arten. In Bezug auf das Wallaby Karlchen aus Metze sieht Rust bei der Haltung eines Kängurus in nordhessischen Gärten grundsätzlich kein Problem. Mit einer großen Auslauffläche und einer artgerechten Umgebung seien alle Kriterien erfüllt.

Generell müsse aber bei artgeschützten Tieren bedacht werden, ob und in welcher Anzahl sie außerhalb ihres natürlichen Lebensraums gehalten werden, so Rust. Zwar kann der Behördenvertreter den Wunsch der Halter nach tierischer Gemeinschaft nachvollziehen, hat aber in erster Linie seine Schützlinge vor Augen: „Ich sehe mich als Interessenvertreter der Tiere und möchte die Menschen für deren natürliche Lebensbedingungen sensibilisieren.“

Auskünfte über eine der Tierart gerechte Haltung kann man bei Zoohandlungen oder beim Züchter einholen. Halter, die nicht sicher sind, ob ihre Exoten unter den Artenschutz fallen und damit meldepflichtig sind, sollten dies unbedingt nachprüfen. Das sechs Jahre alte Wallaby Karlchen fällt nicht unter diese Kategorie.

Welche seltenen Tiere unter den Exoten-Fans am beliebtesten sind, hat das Regierungspräsidium (RP) ermittelt. Auf Platz drei ist das Jemen-Chamäleon, Platz zwei belegt der Graupapagei. Und an der Spitze der begehrtesten, artgeschützten Tiere in Kassel steht die griechische Landschildkröte.

Unter www.wisia.de können Halter überprüfen, ob ihr tierischer Liebling unter den Artenschutz fällt und den Behörden gemeldet werden muss.

Hier die Verteilung der gehaltenen Tiere auf die Landkreise:

Landkreis Kassel: 1885, bei Züchtern 2346 - Fulda: 1764, bei Züchtern 867 - Schwalm-Eder: 1406, bei Züchtern 1017, Kassel Stadt: 1089, bei Züchtern 810 - Hersfeld-Rothenburg: 952, bei Züchtern 512, Waldeck-Frankenberg: 868, bei Züchtern 654, Werra-Meißner-Kreis: 676, bei Züchtern 277.

Von Benjamin Kling und Jesko Giessen

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