Neuer Trail für Mountainbiker am Hohen Gras

Mountainbiken rund um Kassel: Neue Trails sollen Habichtswald attraktiver machen

Hessen-Forst-Mitarbeiter haben einen attraktiven Trail unterhalb vom Hohen Gras im Kasseler Habichtswald geschaffen: Benjamin Kimm (von links, Freiwilliges ökologisches Jahr), Pascal Röhle, Revierförster Uwe Huber und Karl Lange.
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Hessen-Forst-Mitarbeiter haben einen attraktiven Trail unterhalb vom Hohen Gras geschaffen: Benjamin Kimm (von links, Freiwilliges ökologisches Jahr), Pascal Röhle, Revierförster Uwe Huber und Karl Lange.

Seit Jahren klagen Mountainbiker, dass es im Kasseler Habichtswald zu wenig legale Strecken gibt. Nun wurde ein neuer Trail präpariert. Es soll nicht der letzte sein.

Kassel – Jürgen Depenbrock weiß, dass Waldarbeiten und Mountainbiken nicht gut zusammenpassen. Der Geschäftsführer des Zweckverbands Naturpark Habichtswald trainiert selbst gern auf dem Geländerad. Wenn im Winter gefällte Bäume über Wege gezogen werden, entstehen oft Berge aus Schlamm. „Das ist für Mountainbiker total unattraktiv, sich da hochzukämpfen“, sagt Depenbrock.

So ein Abschnitt befand sich bislang ausgerechnet auf der einzigen ausgeschilderten Mountainbike-Strecke im Kasseler Habichtswald. Die 16 Kilometer lange Route führt rund um das Habichtsspiel und heißt auch so. Zwischen dem Parkplatz Roter Stollen und dem Hohen Gras war zuletzt oft kein Durchkommen. Nun haben Mitarbeiter von Hessen-Forst die Passage wieder attraktiv gemacht.

Im unteren Teil wurde Erde mit einem Minibagger beiseitegeschoben. Weiter oben wurde ein alter Wanderweg freigeschnitten. So führt bald ein etwa 500 Meter langer Trail auch durch Windwurfflächen Richtung Hohes Gras.

Anders als die breiten Wanderwege, die etwas abschätzig „Waldautobahnen“ genannt werden, lieben Mountainbiker diese schmalen Pfade. Der Bad Emstaler Revierförster Uwe Huber, der nun auch für den Habichtswald zuständig ist, kann das nachvollziehen. Er ist ebenfalls Mountainbiker, kennt also beide Seiten und sagt: „Die einzige offizielle Mountainbikestrecke sollte gut befahrbar sein.“

Schon seit längerer Zeit versucht der Landesbetrieb Hessen-Forst Naturschutz, Forstwirtschaft und legale Möglichkeiten für Mountainbiker unter einen Hut zu bringen. „Der Forst muss offener sein, weil es ein starkes Bedürfnis nach Radsport im Wald gibt“, sagt Huber.

Vor allem seit Corona strampeln immer mehr Menschen mit ihrem Mountainbike oder E-Bike die Berge hoch und runter. An vielen Orten entstehen neue Querfeldeinwege, einfach weil geradelt wird. Thorsten Jaruschka von der Deutschen Mountainbike-Initiative (DIMB) nennt sie „Corona-Trails“. Zudem gibt es seit einem Jahr zunehmend Konflikte zwischen Radfahrern und Spaziergängern, wie Depenbrock festgestellt hat: „Von beiden Seiten werden immer mehr Klagen über die jeweils andere Fraktion an uns herangetragen.“

Darum soll es bald Gespräche über ein Mountainbike-Konzept geben, mit dem Radsportler so durch den Habichtswald gelenkt werden, dass sensible Naturbereiche geschont werden. Für Mountainbiker könnte es dann mehr legale Strecken geben.

Auch die seit Jahren geplante Downhillstrecke, die der PSV Grün-Weiß Kassel am Hohen Gras realisieren will, ist „noch nicht gestorben“, wie Matthias Schnücker, Bereichsleiter bei Hessen-Forst, sagt. Voriges Jahr hatte die Untere Naturschutzbehörde der Stadt nur einen Teil des Konzepts genehmigt. Unter diesen Bedingungen sei die Piste nicht zu realisieren, hieß es damals.

Doch ohne solch ein Angebot, befürchten viele, wird es immer mehr illegale Strecken geben. Demnächst soll es darum ein Gespräch mit der Stadt geben, wie das Projekt doch noch verwirklicht werden kann. (Matthias Lohr)

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