Zum 40. Mal hatte Kleintierzuchtverein Hegelsberg zum Hähnewettkrähen geladen

Faulpelz Friderik bleibt still

Hähnekrähen am Hegelsberg: von links Natalia Krain, Hahn Friderik und Dieter Wiegand. Foto: Nicklas

KAssel. Dieter Wiegand schaut gebannt auf den Käfig mit den drei Hähnen. Es scheint, als ob er noch nicht einmal mit den Augen zuckt. In seiner Hand hält er ein Blatt Papier. Wenn eines der Tiere kräht, macht er einen Strich. „So ist das beim traditionellen Hähnewettkrähen“, sagt Andreas Walz, Zuchtwart des Kleintierzuchtvereins Hegelsberg. Zum 40. Mal fand der Wettbewerb jetzt statt.

30 Minuten wird gezählt, wie oft die 26 Hähne krähen. „Der Rekord liegt bei 88 Krährufen“, sagt Walz. Und während der Vorsitzende des Vereins gewissenhaft seine Strichliste führt, steht auf der anderen Seite des Käfigs Natalia Krain. Sie versucht, ihrem Hahn Friderik, der zum ersten Mal bei dem Wettkampf dabei ist, gut zuzureden. Friderik schweigt. „Man kann es nicht beeinflussen“, erklärt Walz. Dabei habe der schwarz-weiß gefiederte Hahn in der Transportkiste eben noch gekräht, versichert die 52-Jährige augenzwinkernd.

Und dann ist die Zeit vorbei. Friderik hat sechs Mal gekräht. „Faulpelz“, brummt Natalia Krain vor sich hin. Der Wettkampf endete mit einem Gleichstand zwischen den Nummern 8 und 18. Sie müssen ins Stechen: Wer jetzt als Erster kräht, gewinnt. Kaum waren die Spielregeln erklärt, krähte auch schon der braune, stolze Hahn mit der Nummer 8 - zum 73. Mal in der letzten halben Stunde. Sein Besitzer Jens Hallepape freut sich über einen Sack Futter, sein Hahn über eine zusätzliche Streicheleinheit.

Den zweiten Platz belegte Saskia Küllmer. Nicht nur die ersten beiden Plätze bekamen lobende Anerkennung; auch der, der nicht ein einziges Mal angeschlagen hat, wurde zur Schlafmütze ernannt. In diesem Jahr war es der Hahn von Vereinsvorsitzendem Dieter Wiegand. Er gewann eine Flasche Schnaps.

Der Sieger aus dem letzten Jahr war diesmal nicht dabei. „Der ist bestimmt schon im Kochtopf gelandet“, sagt Andreas Walz. Kein ungewöhnliches Schicksal für einen Hahn, der seine Zuchtaufgabe erfüllt hat. Friderik aber kann sich auf ein längeres Leben freuen: „Der gehört doch zur Familie“, sagt Natalia Krain und lacht. (pmn)

Von Mareike Nicklas

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