Erstliga-Kader für KSV

Was man mit den von Uli Hoeneß hinterzogenen Millionen anfangen könnte

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Es gibt viele Möglichkeiten, 27 Mio. Euro auszugeben: Dafür gäbe es etwa ein zweites Kombibad, 3,4 Mio. Ahle Würschte von der Feinkostmetzgerei oder 1590 VW Golf.

Kassel. 27,2 Millionen Euro hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß hinterzogen. Das haben seine Anwälte heute vor Gericht akzeptiert. Hier lesen Sie, was man mit so viel Geld in Kassel alles anstellen könnte.

• Grimm-Welt plus sanierte Königsstraße: Für die 27,2 Mio. Euro könnte die Stadt die Grimm-Welt auf dem Weinberg bezahlen (etwa 20 Mio. Euro) und hätte noch genug Geld übrig, um die geplante Sanierung der Königsstraße zu finanzieren (fünf bis acht Mio. Euro). • Fast ein Jahrzehnt bußgeldfrei: Mit dem Geld könnten alle Buß- und Verwarngeldbescheide bezahlt werden, die vermutlich in Kassel in den nächsten neun Jahren ausgestellt werden. Zuletzt verhängte die Stadt knapp drei Mio. Euro Buß- und Verwarngeld jährlich.

• Noch ein Kombibad: Für 27 Mio. Euro gibt es ein schönes Hallen- und Freibad. So viel sollte zumindest das neue Auebad kosten. Am Ende hat die Stadt 32 Mio. Euro dafür bezahlt, aber auch bei Hoeneß Steuerschuld ist ja noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Die lange diskutierte Sanierung der Freibäder Wilhelmshöhe und Harleshausen (zusammen zehn Mio. Euro) könnte sogar weitaus großzügiger ausfallen.

Seine Steuerschuld könnte Kassel gut gebrauchen: Uli Hoeneß beim Prozess vor dem Landgericht in München.

• Auestadionumbau plus zwei Jahre KSV-Etat oder Topspieler: Gut angelegt wäre das Geld in den Aus- und Umbau des Auestadions gewesen. Dieser hatte die Stadt in den vergangenen Jahren 23 Mio. Euro gekostet. Mit den verbleibenden vier Mio. Euro könnte der KSV Hessen Kassel seinen aktuellen Kader für zwei Jahre bezahlen. Der Jahresetat liegt derzeit bei etwa 1,75 Mio. Euro. Oder der KSV könnte für eine Saison erstligareife Spieler anheuern. Der Jahresetat von Mainz 05 etwa liegt bei 25 Mio. Euro. Ablösezahlungen wären dann aber nicht mehr drin.

• Keine neuen Schulden: Mit Uli Hoeneß’ Millionen könnte Kassels Stadtkämmerer Jürgen Barthel schon 2014 auf neue Schulden verzichten. Derzeit kalkuliert er für 2014 mit einem Defizit von 21 Mio. Euro.

• 10 Monate HNA für alle Kasseler Haushalte: Mit Hoeneß’ Steuerschulden könnten auch für alle 103.800 Kasseler Haushalte für zehn Monate HNA-Abonnements bezahlt werden.

• 138 Euro für jeden Kasseler: Oder wie wäre es mit einem kleinen Zuschuss zum nächsten Einkaufsbummel? Für jeden der 196.000 Kasseler wären dies 138 Euro. Mit dem Geld könnte jeder Kasseler elfmal jährlich anderthalb Stunden in der Kurhessen Therme entspannen (eine 11er-Karte kostet 130 Euro).

• Alle Zuschüsse der Stadt für 2014: Mit dem Geld könnten alle für 2014 geplanten Zuschüsse und Zuwendungen der Stadt Kassel (insgesamt 26,6 Mio. Euro) übernommen werden. Darunter die 20 Mio. Euro für die freien Kindertagesstätten.

• Ahle-Wurscht-Vorrat für alle Kasseler: Mit dem Geld könnten 3,4 Mio. Ahle Würschte gekauft werden. Bei der Feinkostfleischerei Rohde gibt’s die Runde für acht Euro. Das heißt, für jeden Kasseler Haushalt gibt’s 33 Würschte – das reicht fürs ganze Jahr.

 • 1590 neue VW Golf: Auch die Anschaffung von 1590 VW Golf 7 (Basismodell zum Listenpreis von 17.100 Euro) wäre möglich. Würde man diese Autos in einer Schlange hintereinander aufstellen wäre diese 6,7 Kilometer lang.

Von Bastian Ludwig

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