Berufung um Messerstiche am Lutherplatz vertagt

Fehlender Zeuge sitzt im Gefängnis

Kassel. Knapp zweieinhalb Jahre nach den Messerstichen und rund eineinhalb Jahre nach dem ersten Urteil ist gestern ein Berufungsprozess um eine gewalttätige Auseinandersetzung am Kasseler Lutherplatz geplatzt. Grund: Der zentrale Zeuge, der im August 2011 durch einen Stich in die Lunge lebensgefährlich verletzt worden war, erschien nicht zur Verhandlung.

Er hatte allerdings einen guten Grund dafür: Er sitzt inzwischen in Hünfeld in Haft. Das aber fiel erst auf, als der Mann aus der Drogenszene nicht zur Vernehmung eintraf. Die Ladung zum Prozess hatte das Gericht vor Monaten an seine Wohnadresse geschickt. Jetzt musste es die schon begonnene Berufungsverhandlung aussetzen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Für den 41-jährigen Angeklagten bleibt damit weiter offen, ob sein Freispruch vom Juli 2012 bestehen bleibt. Das Kasseler Amtsgericht hatte damals entschieden, der Baunataler habe in Notwehr gehandelt, als er seinem Kontrahenten am Lutherplatz erst eine Bierflasche an den Kopf schlug und ihn später mit drei Messerstichen verletzte. Die Staatsanwaltschaft sah das anders und legte Berufung ein.

Der Angeklagte wie auch der Geschädigte sollen zur Tatzeit unter Einfluss von Drogen gestanden haben. Der Angeklagte gab an, er habe an jenem Tag Heroin, Tabletten und Alkohol konsumiert. (kaj)

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