Die Daten des Kasseler Mordopfers Halit Yozgat stimmen

Falsche Daten auf Tafeln für NSU-Mordopfer

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Die Gedenktafel auf dem Halitplatz: Die Daten zu den Namen Enver Simsek und Ismail Yasar sind falsch und sollen korrigiert werden.

Kassel. Für die Opfer der rechten Terrorzelle NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) gibt es in mehreren deutschen Städten Gedenktafeln. Bei den Todesdaten von zwei Mordopfern aus Nürnberg hat es Pannen gegeben. Sie wurden auch in Kassel fehlerhaft angebracht.

Mitarbeiter der Stadt Kassel hatten die Daten zu den zehn Mordopfern gesammelt und allen anderen betroffenen Städten zur Überprüfung übermittelt. Die beiden falschen Daten wurden zunächst nicht bemerkt.

Die Messingtafel auf dem nach dem Kasseler Halit Yozgat benannten Platz in der Nordstadt soll jetzt überarbeitet werden. Die Fehler seien bedauerlich, würden aber umgehend korrigiert, sagt eine Stadtsprecherin.

Fehler werden korrigiert

Die gemeinsame Erklärung der Städte, in denen Menschen Opfer der Neonazimorde wurden, ist in Kassel koordiniert worden. Das bestätigt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. Man habe die Liste an die Kollegen in allen betroffenen Städten geschickt und darum gebeten, die Daten zu überprüfen. In Nürnberg seien die Fehler offenbar nicht aufgefallen.

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Die Daten werden jetzt überall korrigiert. Die Tafel auf dem Halitplatz in der Nordstadt werde deshalb vor Ort überarbeitet. Immerhin sind die Daten des Kasselers Halit Yozgat, der am 6. April 2006 ermordet wurde, richtig.

Bei Enver Simsek aus Nürnberg trifft das nicht zu. Bei ihm war als Todesdatum der 11. November 2000 angegeben worden. Der Blumenhändler starb aber am 11. September an seinen zwei Tage zuvor erlittenen Schussverletzungen.

Auch bei Ismail Yasar, dem Besitzer eines Döner-Restaurants in Nürnberg, stimmt das Todesdatum nicht. Auf dem Gedenkstein steht bisher noch der 5. Juni 2005. Das muss auf den 9. Juni korrigiert werden. Nicht nur in Kassel, sondern auch in seiner Heimatstadt Nürnberg.

Die Fehler seien bedauerlich, sollen aber so schnell wie möglich behoben werden, sagt Petra Bohnenkamp. Zur Enthüllung des Gedenksteins für Halit Yozgat und die anderen Mordopfer waren im Oktober 2012 etwa 250 Menschen gekommen. (tos)

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