Es fehlt qualifiziertes Personal

Zehn wichtige Fakten über den Stellenmarkt in der Region Kassel

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Für Pflegekräfte gibt es großen Bedarf: Im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung gibt es im Agenturbezirk aktuell 587 unbesetzte Stellen. Der Großteil entfällt auf Gesundheitsberufe. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der offenen Stellen um 26 Prozent gestiegen.

Der wirschaftliche Aufschwung in der Region schlägt sich auf dem Stellenmarkt nieder. Hier die wichtigsten zehn Fakten zu den Entwicklungen auf dem Stellenmarkt.

1.Trotz rückläufiger Arbeitslosenzahlen sind noch 18 506 Menschen im Bereich der Arbeitsagentur Kassel, zu dem Stadt und Kreis Kassel sowie der Werra-Meißner-Kreis gehören, ohne Beschäftigung (Stand Juni). Diese Personen müssten aber zum Teil erst nachqualifiziert werden oder an Mobilität gewinnen, um die zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze besetzen zu können.

2.Die Zahl der offenen Stellen im Agenturbezirk Kassel ist mit 2924 so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Im Jahresschnitt 2013 waren dies beispielsweise nur 2300. In den Wintermonaten gibt es regelmäßig eine Delle auf dem Stellenmarkt, weil etwa die Arbeit auf vielen Baustellen eingestellt wird.

3.Die Zahl der unbesetzten Stellen ist zwar hoch, allerdings werden derzeit auch viele Stellen besetzt. Im vergangenen Monat fanden im Agenturbezirk 1067 Menschen einen neuen Job. Im gleichen Zeitraum wurden 1155 neue Stellen der Arbeitsagentur gemeldet.

4.Die wenigsten Stellen können sofort ab Bedarf besetzt werden. Die durchschnittliche Vakanz liegt derzeit bei 72 Tagen. Im Juni 2014 waren es im Schnitt noch 50 Tage. Die meisten Stellen bleiben bis zu drei Monaten offen. Etwa ein Viertel bleibt länger als drei Monate unbesetzt.

5.Die meisten Jobs werden kurzfristig ausgeschrieben. Von den insgesamt 2924 offenen Stellen im Agenturbezirk wird für 2500 ab sofort ein passender Arbeitnehmer gesucht. Selten ist die Vorlaufzeit länger als ein Monat.

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6. Der Bedarf an Arbeitskräften ist in den Branchen sehr unterschiedlich. Während im Bergbau nicht eine einzige Stelle ausgeschrieben ist, sind es in der Zeitarbeit 860 offene Stellen. Ein Großteil davon für Berufe in der Produktion und Fertigung. Dort und in den Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen (587 offene Stellen) entstehen die meisten neuen Jobs in der Region. Auch der Bereich Verkehr und Logistik bietet Perspektiven.

7. Für das Ausbildungsjahr 2014/ 15 hat die Arbeitsagentur Kassel 2998 Ausbildungsstellen registriert. Davon befinden sich 1463 in der Stadt und 1004 im Landkreis Kassel. Der Rest wird von Firmen im Werra-Meißner-Kreis gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang des Angebots um etwa ein Prozent. Im Vergleich zum Vor-Vorjahr aber ein kleiner Zuwachs.

8. Auf die 2998 Ausbildungsplätze kamen im Bezirk der Arbeitsagentur 3530 Bewerber. Das heißt, es gibt rechnerisch 0,85 Stellen pro Bewerber. Tatsächlich haben aber erst 1941 Firmen und Auszubildende zusammengefunden. 1589 Bewerber sind noch ohne Ausbildungsplatz. Gleichzeitig waren im Juni 2015 aber immer noch 1170 Ausbildungsstellen unbesetzt. Nach Auskunft der Arbeitsagentur liegt die Diskrepanz darin begründet, dass die Jugendlichen nicht die nötigen Voraussetzungen (Schulnoten etc.) mitbringen.

9. Im aktuellen Berichtsjahr 2014/ 2015 gibt es 3530 Bewerber um einen Ausbildungsplatz. In den beiden vorherigen Jahren waren es 3679 beziehungsweise 3802. Das heißt, die Zahl der Bewerber sinkt wesentlich stärker als das Angebot an Ausbildungsstellen.

10. Die meisten Jugendlichen bewerben sich für Ausbildungen in den Bereichen Produktion und Fertigung (1100), Handel und kaufmännische Dienstleistungen (658), Unternehmensorganisation (688), Verkehr und Logistik (262) und Gesundheit und Soziales (352).

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