Kaum Sponsorengeld: Türkisches Sommerfest in der Nordstadt hat finanzielle Probleme

Zum Feiern fehlen noch 5000 Euro

Warten auf Kicker und Sponsoren: Suayip Günler vom Vorstand des SV Türkgücü im Nordstadt-Stadion. Dort soll zum türkischen Nordstadtfest ein großes Fußball-Turnier stattfinden. Foto: Ditzel

Nord-Holland. Eigentlich wollte der Sportverein Türkgücü Kassel mit dem türkischen Sommerfest in der Nordstadt Geld einnehmen, das er für den geplanten Kauf des ehemaligen SV Hermannia-Clubheims braucht. Inzwischen wären die Veranstalter schon zufrieden, wenn die Rechnung am Ende Null zu Null aufginge. Denn die für den 5. und 6. Juni geplante Veranstaltung entlang des Struhtbachweges und im Nordstadtstadion, bei der sich türkische Sport- und Kulturvereine in Kassel vorstellen wollen, steckt in Geldnöten.

„Viele Sponsoren haben uns Geld zugesagt, aber nicht gezahlt“, sagt Suayip Günler vom Türkgücü-Vorstand. Je 200 Euro vom Ausländerbeirat und vom Ortsbeirat sind die bisher einzigen Summen, auf die er fest bauen kann. Hinzu kommen einige in der Nordstadt ansässige Unternehmen, deren Logos auf den Plakaten und Handzetteln stehen. Mit deren Geld konnte der Druck finanziert werden. Der Verein „Türkische Unternehmer in Kassel“ spendet Pokale für das Jugendfußball-Turnier am Sonntag, 6. Juni, zu dem sich laut Günler 50 Mannschaften aus 25 Vereinen angemeldet haben.

Unterstützung reicht nicht

Doch diese Unterstützung reicht nicht. Günler rechnet vor: „Allein die Bühne, auf der über beide Festtage verteilt 20 Musik- und Tanzgruppen aus der Nordstadt auftreten sollen, kostet mit Aufbau, Verstärker- und Lichtanlage mindestens 2500 Euro, wir müssen Wasser- und Stromanschlüsse legen lassen, Genehmigungen bezahlen und Versicherungen abschließen.“ Auf 6000 Euro schätzt Günler, der in der Nordstadt ein Friseurgeschäft betreibt, die Fixkosten für das Fest.

Kritiker werfen ihm vor, die Veranstaltung zu spät geplant zu haben. Dazu sagt Günler: „Der neue Vorstand des SV Türkgücü ist im Dezember 2009 gewählt worden. Im Januar 2010 haben wir überlegt, was wir in der Nordstadt alles machen könnten und uns im Februar für das Fest entschieden.“ Da aber waren, wie er inzwischen feststellen musste, bei Unternehmen die Sponsoring-Aktionen für 2010 schon längst beschlossen. Hinzu kommt, dass wegen der am 11. Juni beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft viele Sportvereine, Stadtteilgemeinschaften und Konzertveranstalter ihre Veranstaltungen auf die Wochenenden davor gelegt haben, so dass die Konkurrenz im Festbereich zur Zeit groß ist.

Jetzt hofft Günler, über die Vermietung von Ständen Einnahmen zu erzielen, um wenigstens kostendeckend arbeiten zu können. Ein Verkaufszelt mit Stromanschluss und Tresen kostet inklusive Versicherung 250 Euro für zwei Tage. Wer am Flohmarkt teilnehmen möchte, muss zehn Euro für den laufenden Meter Präsentationsfläche zahlen. Bisher gab es drei Zusagen für Verkaufszelte, aber noch keine Anmeldung für den Flohmarkt.

Werbung beim Stadtfest

Am Wochenende hat Günler unter Standbetreibern auf dem Stadtfest für das türkische Sommerfest geworben. Gestern haben drei ihr Interesse bekundet. Das verwässert den ursprünglichen Gedanken, ein reines Nordstadtfest zu präsentieren. Auch vom FC Bosporus, der laut seiner ersten Ankündigung das Fest mit dem SV Türkgücü präsentieren wollte, hat Günler zehn Tage vorher „noch keine feste Zusage“.

Das Fest will er trotzdem durchziehen. Günler: „Notfalls müssen wir halt aus der Vereinskasse drauflegen.“

Von Wilhelm Ditzel

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