Wetter begünstigte Entwicklung

Feinstaub in Kassel: Schon 20-mal dicke Luft im Jahr 2014

Kassel. Die Luftbelastung in Kassel ist in diesem Frühjahr besonders hoch. So wurde der Tagesgrenzwert für Feinstaub an der Luftmessstation Fünffensterstraße bis Montag bereits 20-mal überschritten – und damit häufiger als im gesamten Jahr 2013 (19-mal).

Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter.

Laut EU-Vorgabe sind pro Jahr bis zu 35 Tagesüberschreitungen zulässig. In Kassel wurde dieser Wert zuletzt 2005 erreicht. „Es sind vor allem meteorologische Gründe, die das Überschreiten des Tagesgrenzwertes begünstigen“, sagt Stefan Jacobi vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie. „Wenn Wetterlagen stabil sind und Luftmassen lange an einem Ort bleiben, können hohe Feinstaub-Konzentrationen auftreten“, sagt Jacobi. Kalte Luft, die sich im Kasseler Becken staut, dazu schwacher Wind und wenig Niederschlag – derartige Situationen habe es in diesem Frühjahr oft gegeben.

„Auffällig war der 5. April“, sagt Stadtsprecher Sascha Stiebing. Hier habe der Feinstaubwert bei 87,3 Mikrogramm gelegen. „Nicht auszuschließen, dass der Saharastaub eine Rolle gespielt hat.“

Noch ist völlig offen, ob sich 2014 zu einem Feinstaub-Rekord-Jahr entwickelt. „Auch 2011 hat es bis Mitte April bereits 19 Tagesgrenzwertüberschreitungen gegeben“, sagt Stiebing. 30 waren es dann zum Ende des Jahres. Tatsächlich habe seit 2003 die Feinstaubbelastung in Kassel eher ab- als zugenommen, sagt Jacobi. Dennoch könne von Entwarnung keine Rede sein. Dem Staubeintrag müsse nach wie vor begegnet werden. Jacobi: „Für die schlechte Luft ist der Mensch verantwortlich. Das Wetter hat lediglich Einfluss auf die Konzentration der Schadstoffe.“

Nach wie vor ist der Straßenverkehr Hauptverursacher für Feinstaubimmissionen (80 Prozent), gefolgt von Hausbrand (16 Prozent) und Industrie (vier Prozent). Feinstaub gilt als gesundheitsschädlich.

Von Boris Naumann

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Rubriklistenbild: © dpa

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