An 25 Tagen dicke Luft: Kassel ist in Hessen Feinstaub-Spitzenreiter

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Kassel. Dicke Luft in Kassel: Die Tagesgrenzwerte für Feinstaub wurden im Jahr 2014 wieder deutlich öfter überschritten.

25-mal wurde an der Fünffensterstraße die Messlatte gerissen. Das ist absoluter Spitzenwert in ganz Hessen. Auf dem Parkplatz Hinter der Komödie, wo die zweite Messstelle steht, blieb es bei zwölf Überschreitungen des Grenzwertes, der bei 50 Mikrogramm – das sind millionstel Gramm – pro Kubikmeter Atemluft im Tagesmittel liegt. Laut Vorgabe der Europäischen Union (EU) sind pro Jahr 35 Tagesüberschreitungen zulässig. 2005 gab es in der Stadt 48 Tage mit solch dicker Luft.

In den vergangenen Jahren waren die Überschreitungen kontinuierlich zurückgegangen. 2012 waren mit 13 Fällen an der Fünffensterstraße und an sieben Tagen Hinter der Komödie die wenigsten Überschreitungen registriert worden.

Den jüngsten deutlichen Anstieg schreiben Fachleute den häufigen Bauarbeiten im Bereich der Fünffensterstraße im Vorjahr zu. Arbeiten im Schienen- sowie Straßenbau nahe einer Messstation würden ausreichen, um die Werte ansteigen zu lassen, sagt Professor Dr. Stefan Jacobi, Dezernatsleiter für Luftreinhaltung und Immissionen im Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie. Die Verkehrssituation habe sich wohl nicht extrem verschlechtert.

Feinstaub, der als gesundheitsschädlich gilt, kommt in Kassel zu 80 Prozent aus den Auspuffrohren von Autos, vor allem von Dieselfahrzeugen. Obwohl in den vergangenen Jahren Verbesserungen in der Motoren- und Abgastechnik erzielt worden seien, sieht Jacobi die EU als Gesetzgeber nach wie vor gefordert. Denn obwohl es nicht mehr so viele Überschreitungen gebe, seien die Feinstaubwerte weiterhin „recht hoch“.

Zudem werde der Grenzwert für gefährliches Stickstoffdioxid in Kassel seit Jahren überschritten: „Das muss vordringlich gelöst werden.“

Von Jörg Steinbach

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