„Es ist unerhört, wie hier Menschen ausgeschlachtet werden“

Comedian Felix Lobrecht rechnet mit Kassel und der Stadthalle ab

+
Felix Lobrecht: Comedy-Star rechnet mit Kassel und der Stadthalle ab

Nach seinem umjubelten Auftritt in Kassel rechnete Comedian Felix Lobrecht in seinem Podcast "Gemischtes Hack" mit der Stadthalle ab. In Kassel versteht man die Kritik des Stars nicht.

Oliver Höppner hätte nicht gedacht, dass seine Stadthalle einmal Thema in einem der erfolgreichstem Podcasts Deutschlands werden würde. Der Bereichsleiter ist bei Kassel Marketing für das Kongress Palais verantwortlich, wo Ende Oktober Comedy-Star Felix Lobrecht auftrat.

Für die 1800 Fans war es ein Vergnügen, für den Berliner Komiker jedoch „einer der komischsten Tourtage meines Lebens“ und „Kassel-Gate“, wie er später in seinem Spotify-Podcast „Gemischtes Hack“ erzählte. Eine Viertelstunde lästert der 30-Jährige im Gespräch mit seinem Kollegen Tommi Schmitt über Kassel und die Stadthalle. „Wir haben uns schon gewundert“, sagt Höppner über den Vorfall, der mehr ist als eine Posse eines populären Helden in der Provinz. Die Geschichte sagt auch etwas darüber aus, wie man miteinander umgeht. Höppner findet: „Es ist unerhört, wie hier Menschen ausgeschlachtet werden.“

Comedy-Star Felix Lobrecht rechnet mit Kassel und der Stadthalle ab

In dem Fall ist es vor allem der Koch des H4-Hotels neben der Stadthalle, der für das Catering verantwortlich war. Lobrecht schmeckte es offenkundig nicht. Es sei das „schlechteste Essen“ gewesen, das „wir jemals hatten backstage“. Die Tomatensuppe habe die „Konsistenz von Wasser“ gehabt. Als der Koch von seiner Kritik hörte, habe er mit Lobrecht diskutieren wollen. Doch der Künstler sagte: „Verpiss dich“. Sein Security-Mann habe den Koch nach draußen geleitet.

„Ich habe noch nie so etwas Unprofessionelles gesehen wie diesen Koch“, urteilt Lobrecht in „Gemischtes Hack“. Beim H4-Hotel sieht man das anders. „Unser Koch hat Herrn Lobrecht ein persönliches Gespräch sowie eine Speisenalternative angeboten. Beides lehnte er jedoch vehement ab. Wir bedauern diesen Vorfall“, teilt eine Sprecherin mit. Der Koch stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung.

Unverständnis gegenüber Kritik 

Dafür äußert sich Höppner von Kassel Marketing: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“ Neben dem Essen hatte Lobrecht auch das Hotel kritisiert, in dem er übernachten sollte und das er sofort wieder verließ. Er kritisierte den Kartenservice von Eventim, der 50 Tickets für die ausverkaufte Stadthalle verkauft habe, für die es keine Plätze gab. Und er musste die Nachricht verarbeiten, dass ein Besucher mit Verdacht auf Norovirus ins Krankenhaus gebracht wurde. „Kassel, schon scheiße“, urteilt Lobrecht.

„Das System Lobrecht funktioniert“

Höppner hat sich das alles angehört. Er weiß jetzt, wie „das System Lobrecht funktioniert“. Sein Humor bestehe vor allem aus Städte-Bashing und darin, „sich immer noch ein bisschen derber über andere Leute lustig zu machen“. Trotz seiner Kritik an der Kritik will Höppner das Ganze nicht zu hoch hängen: „Sonst kommt der nie wieder nach Kassel.“

Er kann ja auch lachen über Lobrecht. Wahrscheinlich auch über die Instagram-Story, die Lobrecht bereits vor einem Jahr im Zug bei Baunatal gemacht hat. Dort sieht man den Bühnenstar, der einst in Marburg studierte, wie er die Besonderheiten der Bahnhöfe in Guntershausen und Rengershausen lobt. „Haben sie cool gemacht“, sagt er immer wieder ironisch. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Lobrecht irgendwann doch wieder in Kassel hält.

Auch interessant: 

Weil sie ihr Baby mit Schmerzmitteln vergiftet hatte, ist eine 25-Jährige in Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.