Mehr private Anbieter gesucht

Ferienwohnungen beliebt: Vielen Urlaubern muss abgesagt werden

Ab Mai wieder Anziehungspunkt für Kassel-Besucher: Die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe, der seit 2013 auf der Liste der Welterbestätten steht. Viele der Gäste suchen sich für ihren Aufenthalt eine Ferienwohnung in privatem Ambiente. Foto: Fischer/Archiv

Kassel. Seit vier Jahren haben sich Anbieter privater Ferienwohnungen und Gästezimmer im Netzwerk „Privatvermieter in Kassel“ (PiKass) organisiert.

Die derzeit 25 Gesellschafter bieten insgesamt 100 Betten an. Seit Kassel durch sein Welterbe-Prädikat zunehmend als Reiseziel bekannt wird, werden die Kapazitäten knapp, sagt der ehrenamtliche Geschäftsführer Hans-Peter Schubert. Deswegen möchte PiKass weitere Mitstreiter gewinnen.

Am Meisenweg in Harleshausen haben Schubert und seine Frau Gabriele eine Einliegerwohnung als schmuckes Gästequartier hergerichtet. Touristen nutzen es für einen Kurztrip zu den Bergpark-Attraktionen, Berufstätige mit neuem Job in Kassel schon mal bis zu einem Vierteljahr.

Birgit Kuchenreiter

Schuberts merken eine deutliche Nachfragesteigerung, seit Kassel auf der Liste der Welterbestätten ist: „Wir müssen doppelt so viele Anfragen absagen, wie wir annehmen können“, sagt Hans-Peter Schubert. Zwar sei seine Wohnung nicht rund ums Jahr belegt, aber es komme bei der Mehrzahl der Anfragen zu Terminkollisionen.

Ähnlich gehe es vielen der bei PiKass organisierten Kollegen, die ihre Quartiere auf einer eigenen Plattform im Netz bewerben. Auf das entsprechende Internet-Buchungsangebot von Kassel Marketing wollen sie sich laut Schubert nicht verlassen: Der direkte, persönliche Kontakt zu künftigen Gästen sei den PiKass-Gesellschaftern sehr wichtig. Sie wollen vorher wissen, wen sie sich ins Haus holen. „Man kann aber parallel bei uns und bei Kassel Marketing gelistet sein“, sagt Schubert.

Hans-Peter Schubert

Neueinsteiger in die GbR müssten eine Einlage von 140 Euro zahlen, daneben werde – hauptsächlich für die Website-Pflege – eine geringe jährliche Umlage fällig. Der Rest laufe ehrenamtlich. Vor allem, so Schubert, sei den PiKass-Mitgliedern der regelmäßige Austausch wichtig. Bei den Treffen gehe es etwa um Haftungs- und Sicherheitsfragen rund ums drahtlose Internet, das von den Gästen heute verlangt wird. Zu diesen und ähnlichen Themen hätten private Akteure im touristischen Vermietungsgeschäft ein Forum, um voneinander lernen zu können.

Vermietern solcher Quartiere stehe es frei, ihre Wohnung parallel auch bei Kassel Marketing anzubieten, bestätigte Pressesprecherin Birgit Kuchenreiter. 54 Ferienwohnungen und Gästezimmer sind dort zurzeit gelistet. Bei den städtischen Touristikern kostet der Eintrag im Netz sowie im gedruckten Gastgeberverzeichnis 60 Euro für zwei Jahre.

Pro vermittelter Online-Direktbuchung berechne Kassel Marketing dem Vermieter eine Provision von 10 Prozent plus Mehrwertsteuer. Allerdings haben im Vorjahr laut Kuchenreiter gerade mal 132 Besucher ein Privatquartier über die Netzplattform von Kassel Marketing gebucht. Es sei davon auszugehen, dass weitaus mehr Gäste aufgrund der Prospekte buchen, die Kassel Marketing auf Anfrage verschicke und auf Publikumsmessen verteile.

Diese Kontakte liefen dann auch ganz persönlich und direkt zwischen Gast und Vermieter, sagt Kuchenreiter.

Weitere Informationen gibt es hier.

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