Alternative zum jetzigen Standort am IC-Bahnhof

Fernbusse ans Auestadion?

Bislang noch am IC-Bahnhof: Fernbusse der Firmen „Berlin Linien Bus“ und Euroline-Germany halten hinter dem Bahnhofsgebäude. Foto: Zgoll

Kassel. Für Kassels Fernbusbahnhof, der bislang hinter dem IC-Bahnhof liegt, wird ein neuer Standort gesucht. Er soll näher an der Autobahn liegen und gleichzeitig für die Kunden gut erreichbar sein.

Hintergrund ist die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Öffnung des innerdeutschen Fernverkehrs für Buslinien. Um Kassel für Busfirmen als Haltepunkt attraktiver zu machen und trotzdem die Innenstadt nicht durch weiteren Verkehr zu belasten, hat im Rathaus die Prüfung von Alternativen begonnen. Eine Idee, die im Raum steht, ist der Standort Auestadion.

Die SPD hatte auf ihrem Parteitag ihre Fraktion noch einmal aufgefordert, auf die Einrichtung eines neuen Fernbusbahnhofs zu drängen. Ungeachtet dessen läuft im Rathaus bereits die Vorarbeit. „Wir sind dabei, den Bedarf der Busunternehmen und mögliche Standorte zu prüfen“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Dabei spielten Verkehrs- und Platzfragen eine Rolle. Zudem müsse das Gelände umgewidmet werden können.

Bislang neun Linien

Bisher steuern drei Fernbus-anbieter Kassel an. Diese haben beim RP bislang für neun Linien Lizenzen erworben. Zu den Firmen zählen die Bahn-Tochter „Berlin Linien Bus“, die Euroline-Germany und seit Februar Flixbus aus München. Mit Ausnahme von Flixbus, die bisher vom Busparkplatz Kaufungen-Papierfabrik abfahren, starten die Fernbusse vom IC-Bahnhof.

Bei Flixbus, die mit Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau zusammenarbeiten, ist man mit dem derzeitigen Abfahrtsort nicht zufrieden. „Unsere Strecken werden gut angenommen, aber der Zuspruch in Kassel könnte besser sein. Die Haltestelle ist nicht optimal“, sagt Flixbus-Sprecherin Bettina Engert. Der IC-Bahnhof sei aber auch nicht optimal, da die Busse zu viel Zeit verlieren würden, wenn sie durch die ganze Stadt fahren müssten. Insofern sei Flixbus durchaus an einem Standort interessiert, der für Fahrgäste gut zu erreichen und ohne viel Zeitverlust anzufahren sei.

Aus Sicht der Bahn-Tochter „Berlin Linien Bus“ gibt es keinen akuten Handlungsbedarf: „Für uns ist nur wichtig, dass der Kunde leicht zur Haltestelle gelangt. Dafür quälen wir uns, wenn es sein muss, auch mit den Bussen durch die Stadt“, sagt ein Bahnsprecher.

Sobald ein neuer Standort gefunden ist, muss das RP diesen noch genehmigen.

Von Bastian Ludwig

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