Beschwerden von Anwohnern

Beschwerden: Festival im Nordstadtpark soll leiser werden

Live, umsonst, draußen - und laut: Anwohner und Patienten des Klinikums haben sich über die Lautstärke der Live-Bands beschwert. Unser Bild zeigt den Auftritt von Panteón Rococó am Samstagabend. Foto: Malmus

Nord-Holland. Das Rockfestival „Mind the Gap“ am vergangenen Wochenende im Nordstadtpark war aus Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg: 8000 Besucher und viele begeisterte Rückmeldungen.

Allerdings haben sich bereits am Wochenende mehrere Anwohner und Patienten aus dem nahe gelegenen Klinikum bei der Polizei über den Lärm beschwert. Jetzt werden im Quartier Unterschriften gesammelt. Der Lärm sei unerträglich gewesen, sagt die Initiatorin der Aktion, Adeltraud Müller.

Die 64-Jährige wohnt an der Wilhelmsthaler Straße hinter dem Klinikum. „Wir haben bei geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollläden unser eigenes Wort nicht verstanden“, sagt sie. Stattdessen habe man jedes Wort gehört, das über die Lautsprecher der Festivalbühne übertragen wurde. Da der Park unterhalb des Hangs liege, sammele sich der Schall und komme oben umso stärker an, vermutet Müller. Auch im Klinikum gab es Beschwerden von Patienten wegen der Lautstärke, bestätigt eine Sprecherin.

Sie habe grundsätzlich Verständnis für das Fest, sagt die Anwohnerin Müller, „aber es es muss bitte schön im erträglichen Rahmen für alle Beteiligten bleiben“. Sie fordert für das nächste Mal eine Lösung, bei der Anwohner und Klinik-Patienten weniger strapaziert werden. Dazu sollten sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen.

Genau das soll zusammen mit Ordnungsamt, Polizei sowie Umwelt- und Gartenamt auch passieren, sagt Christine Knüppel vom veranstaltenden Kulturzentrum Schlachthof. Natürlich sei die Lärmbelastung bei Konzerten im Freien immer ein Problem. Allerdings handele es sich nun mal um ein Festival für junge Leute, bei dem nicht akustische oder klassische Musik gespielt werde. „Rock und Punk muss laut sein.“ Der vorgeschriebene Grenzwert von 100 Dezibel sei an der Bühne aber zu jeder Zeit eingehalten worden, betont Knüppel.

Man werde jetzt erörtern, was für nächstes Jahr verändert werden könne, um die Lärmprobleme einzudämmen. Anders als in den Vorjahren habe die Bühne diesmal am südlichen Ende des Parks gestanden statt an der Hangseite. Möglicherweise könne eine veränderte Bühnen-Position schon viel bewirken.

„Wir wollen uns bemühen, es künftig so zu arrangieren, dass es für alle ein guter Kompromiss ist“, sagt Knüppel. Am Standort des kostenlosen Festivals im Nordstadtpark wolle man aber festhalten. Schließlich sei ein Ziel von „Mind the Gap“, die Menschen im Stadtteil zu erreichen und - wie im Festivalnamen angedeutet - soziale Spaltung zu überwinden.

Auch Ortsvorsteherin Monika Sprafke (SPD) steht hinter dem Festival. Gerade in der Nordstadt seien solche Veranstaltungen wichtig. Beschwerden seien bei ihr nicht eingegangen. Ortsvorsteher Peter Carqueville (SPD) vom angrenzenden Stadtteil Fasanenhof hat der Lärm zwar auch gestört: Er schreibt gerade seine Abschlussarbeit für die Uni. „Ich hätte lieber mitgefeiert.“ Das Festival halte er für eine gute Sache.

Von Katja Rudolph

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.