Stadt Kassel zeigt auf Internetseite weihnachtliche Videobotschaft des OB

Video-Botschaft: Festlich Singen mit Hilgen

Kassel. Wem noch nicht das Beste zum Fest gewünscht wurde, dem hilft Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD). Auf der Internetseite der Stadt ist er in einer Video-Botschaft in Szene gesetzt.

Darin plaudert der Oberbürgermeister mit städtischen Mitarbeitern über die gute Entwicklung der Stadt, wobei Hilgen sehr viel und die Mitarbeiter eher wenig zu sagen haben.

Merkwürdig mutet sein gefilmter Besuch bei der Mitarbeiterin Frau Fröhlich an. „Mit großem Erfolg“ sei sie damit beschäftigt, städtische Baugrundstücke an junge Familien zu vermitteln, berichtet Hilgen der Mitarbeiterin über ihre Arbeit.

„Ja, es sieht im Moment ganz gut aus“, antwortet Frau Fröhlich, als sie kurz zu Wort kommt. „Wir haben weniger Grundstücke als Bewerber“, fährt der Oberbürgermeister fort. „Das heißt, wir brauchen mehr Grundstücke.“

Hilgen überreicht ein Geschenk, erkundigt sich kurz nach den Weihnachtsplänen der Mitarbeiterin und spricht über sich: Silvester verbringe er in der Rhön. „Und danach geht’s los, Anfang Januar, und dann haben wir ja den 27. März“, sagt er. „Bis dahin ist auch noch einiges zu tun.“ Am 27. März will Hilgen als Oberbürgermeister wiedergewählt werden.

Zum Abschied lässt er sich Erfolg fürs nächste Jahr wünschen, tritt vor die Bürotür und spricht in die Kamera: „Ja, ist doch interessant, was Frau Fröhlich berichtet hat über die gute Entwicklung im Grundstücksmarkt.“ Treffender wäre, er hätte gesagt, „was ich Frau Fröhlich berichtet habe“.

Dann zieht Hilgen, begleitet von zwei Kameras, weiter in die Seniorenwohnanlage Lindenberg. Erst plaudert er wieder mit einer Mitarbeiterin. Zum Abschluss des Videos singt er gemeinsam mit Bewohnern des Seniorenzentrums das Lied „Fröhliche Weihnacht“, bevor er allen Kasselern daheim und in der Welt ein frohes Fest wünscht.

So grüßen andere Stadtoberhäupter:

- Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch

- Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann

- Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg

- Gelsenskirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski

Ein Streifzug durchs Internet zeigt, dass sich Hilgen in bester Gesellschaft befindet. Auch Bürgermeister anderer Städte, zum Beispiel Gelsenkirchen, senden mehr oder weniger bewegende Bilder und Worte über das Internet.

Weihnachtsgrüße per Video gebe es seit 1998, sagt Hans-Jürgen Schweinsberg, Sprecher der Stadt Kassel. Damals wünschte Hilgens Vorgänger Georg Lewandowski (CDU) im offenen Kanal frohes Fest. Seit 2006 nutze die Stadt das Internet. Die Produktion des aktuellen Videos „hat unter 1000 Euro“ gekostet. „Mit Wahlkampf hat das nichts zu tun“, sagt Schweinsberg.

FDP-Fraktionschef Frank Oberbrunner sieht das anders. Seine Fraktion hatte bereits Anfang des Jahres Kritik an Videoproduktionen der Stadt geübt. „Das ist das gleiche wie damals.“ Oberbrunner meint einen Film von der närrischen Stadtverordnetensitzung. Obwohl Vertreter mehrerer Fraktionen damals Büttenreden gehalten hatten, war auf der Internetseite der Stadt nur der Oberbürgermeister zu sehen. Hilgens aktuelle Weihnachtsbotschaft findet Oberbrunner „peinlich“ und „an der Grenze zum Personenkult“. (clm)

Rubriklistenbild: © Screenshot: hna

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