Festzug zur 1000-Jahr-Feier

Den Festzug zur 1000-Jahr-Feier bestaunten 150.000 Menschen

Etappe der Geschichte: Hier geht es um Kassel als Hauptstadt des Königreichs Westfalen.

Kassel. Am kommenden Wochenende soll der Festzug zum Höhepunkt der Feierlichkeiten des Stadtgeburtstags Kassel 1100 werden. Der Sternmarsch aus vier Himmelsrichtungen hat das Ziel Friedrichsplatz, wo ein Fest der Kulturen gefeiert wird.

Wir werfen einen Blick zurück auf die Feierlichkeiten vor 100 Jahren. Als sich Kassel im Jahr 1913 zur 1000-Jahr-Feier schmückte, schrieb sich die Stadt noch mit C, die Menschen waren im Chasalla-Fieber. Gasthäuser wurden nach der weiblichen Form des lateinischen Stadtnamens benannt, es gibt Chasalla-Gedichte, Lieder und sogar ein Chasalla-Standbild auf dem Friedrichsplatz, das mit Chasalla-Lichtspielen gefeiert wurde.

Die Stadt hatte sich herausgeputzt, das wird schon beim ersten Blick auf die historischen Fotografien deutlich. Die Kasseler Künstler waren in die Vorbereitungen zum Fest eingebunden. Sie halfen dabei mit, dass der Festzug mit einer Fülle von Motiven aus der Geschichte der Stadt zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Zuschauer wurde. 150.000 sollen es gewesen sein, die damals die Straßen säumten. Auch das Wetter beim Festzug - zwei Wochen später im September als diesmal - muss hervorragend gewesen sein.

Fotos: Festzug zur 1000-Jahr-Feier

Festzug zur 1000-Jahr-Feier Kassels im Jahr 1913

Pathos und Patriotismus spielten in der Kaiserzeit und am Vorabend des Ersten Weltkrieges eine große Rolle. Die Kommentatoren in den Zeitungen überschlugen sich vor Begeisterung. So zum Beispiel die Casseler Neuesten Nachrichten: „Vom wolkenlos-stahlblauen Himmel grüßt die Unendlichkeit nieder auf die tausendjährige Stadt. Ein einziger Tempel weihevoll-glücklicher Freude, ein weiter Dom feierlicher Gegenwarts-Andacht vor der Ehrwürdigkeit tausendjähriger Vergangenheit.“

Da muss man aus heutiger Sicht erst einmal tief durchatmen. Und darauf hoffen, dass das Wetter am kommenden Sonntag nicht gar so herbstlich wird.

Von Thomas Siemon

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