Feuer bald auf Sparflamme

Was erlaubt ist, und was nicht: Das schreibt die Osterfeuer-Richtlinie vor

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Beliebtes Spektakel: Auch in der Stadt Kassel und im Umland werden zahlreiche Osterfeuer abgebrannt. Unser Archivfoto zeigt das Feuer im Baunataler Stadtteil Hertingshausen.

Kassel. Auf vier Seiten listet das Papier der Landesregierung auf, wie mit Oster- und anderen Traditionsfeuern zu verfahren ist. So schreibt die Richtlinie den Veranstaltern vor, nur Holz, Baum und Strauchschnitt zu verbrennen, und zwar nur solchen, der „trocken und unbehandelt“ ist.

Wikipedia-Eintrag zum Thema Osterfeuer

Ausdrücklich werden die Veranstalter darauf hingewiesen, dass Abfälle wie Altreifen nicht verbrannt werden dürfen.

Unter dem Punkt „Durchführung“ findet sich jene Anordnung, die die Osterfeuer-Organisatoren am meisten stört: Die Feuerstelle darf erst am Tag des Anzündens aufgeschichtet werden, „damit Tiere hierin keinen Unterschlupf suchen können und dadurch vor dem Verbrennen geschützt werden“.

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Diese Empfehlung halten viele Veranstalter für schlichtweg nicht praktikabel. Mancherorts werden bereits zwei oder drei Wochen vor dem Osterfeuer-Termin die Haufen aufgeschichtet. Wer die Richtlinie befolgt, bekommt nur ein mickriges Feuer zustande: Höher als zwei Meter darf das Brennmaterial nicht aufgeschichtet werden. „Zwei Meter Höhe ist ein Witz“, findet Klaus Leinen, zweiter Vorsitzender des Kleingärtnervereins Baunatal, der alljährlich ein Osterfeuer entzündet. Verunsichert sei er durch diese Orientierungshilfe allerdings nicht, sagte Leinen. Schließlich haben die Kleingärtner - wie viele andere Veranstalter auch - die örtliche Feuerwehr an ihrer Seite. Sind die Brandschützer vor Ort, auch das sagt die Richtlinie, dürfen die Feuer im Einzelfall auch größer ausfallen.

Priska Hinz

Beim Umweltministerium verweist man darauf, dass es die Kommunen gewesen seien, die die „Handreichung“ verlangt hätten. Die Richtlinie vereinfacht nach der Überzeugung von Ministerin Hinz die Vorbereitung der Brauchtumsfeuer.

Ohne Regeln gehe es nicht, sagte auch Joachim Gries, Sprecher der Berufsfeuerwehr Kassel, auf HNA-Anfrage. Schließlich wolle niemand, dass Sperrmüll verbrannt wird oder ein Osterfeuer wegen zu großen Volumens außer Kontrolle gerate. Auch sei es sinnvoll, dass ein Verantwortlicher benannt werden muss, sagt der Feuerwehrsprecher.

Das letzte Wort über die Genehmigung der Osterfeuer haben weiterhin die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden.

Von Peter Ketteritzsch und Tina Hartung

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